In den letzten Tagen hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Thurgau aufhorchen lassen. Sie empfiehlt die Einführung eines Systems zur Arbeitszeit- und Leistungserfassung in der Verwaltung. Die Idee dahinter? Mehr Transparenz – nicht nur bei den Kosten pro Leistung, sondern auch bei den Effizienzsteigerungen, die damit einhergehen könnten. Wenn man darüber nachdenkt, klingt das fast wie ein Aufruf zur Revolution im bürokratischen Alltag. Wer hätte gedacht, dass die Verwaltung in Thurgau so schlank aufgestellt ist? Laut IHK ist das Benchmarking zwar vielversprechend, aber auch begrenzt, da nur ein Wert pro Bereich ausgewiesen wird und die Vergleichskantone variieren. Ein heißes Thema, das viele Bürger und Beamte wahrscheinlich interessiert.

Die IHK erwartet konkrete Sparvorschläge, vor allem dort, wo die Kosten im Thurgau über dem Mittelwert der Vergleichskantone liegen. Das macht Sinn, oder? Wenn man mehr ausgeben muss als andere, sollte man auch wissen, warum. Alternativ ist eine Begründung gefordert, warum höhere Kosten im Thurgau gerechtfertigt sind. Der Handlungsbedarf wurde auch beim Kostenstellenvergleich über die Zeit festgestellt. Konkrete Sparvorschläge für 32 Kostenstellen mit überdurchschnittlichem Kostenwachstum stehen auf der Agenda. Hier könnte eine tiefere Analyse der Daten helfen, um die Effizienz nachhaltig zu steigern und die gewünschten Entlastungsziele zu erreichen.

Regulierungsabbau und Investitionen

Ein interessantes Detail ist, dass die IHK vorschlägt, die Aufgaben- und Verzichtsplanung mit einem laufenden Regulierungsabbau zu verknüpfen. Dieser Abbau wird durch eine Überprüfung des Thurgauer Rechtsbuchs angestoßen. Allerdings, und das ist wichtig, werden im Bericht die geplanten und notwendigen Investitionen nicht angesprochen. Das klingt vielleicht nach einer kleinen Schwäche in der Argumentation. Denn wie kann man sparen, ohne auch die Investitionen ins Auge zu fassen? Aber die IHK betont, dass Sparmaßnahmen nicht dazu führen sollten, dass Investitionen verhindert werden. Wo möglich, soll die Zweckgebundenheit gelockert werden.

Ein Blick über die Grenzen

Wenn wir uns nun über die Grenzen hinweg in Deutschland umsehen, erkennen wir, dass auch dort die Effizienz der öffentlichen Verwaltung auf dem Prüfstand steht. Die acatech-Studie zeigt, dass eine Vielzahl von Auflagen und Berichtspflichten die Umsetzung von Innovationen behindern. Das klingt fast wie ein Echo der Thurgauer Situation. Die Studie schlägt Handlungsoptionen in drei Bereichen vor: Beschäftigte, Strukturen und Technologien. Ein zukunftsweisender Ansatz, der auch für die Thurgauer Verwaltung fruchtbar sein könnte.

Ein zentrales Thema der Studie ist die Verwaltungsdigitalisierung, die als Schlüssel zur Modernisierung angesehen wird. Hier wird der Bedarf an mehr Entscheidungskompetenz für den IT-Planungsrat betont. Eindeutige Standards und Schnittstellen in der IT-Struktur der öffentlichen Verwaltung sind essenziell, um den Innovationsmotor am Laufen zu halten. Das sind alles Faktoren, die auch die thurgauische Verwaltung in ihre Überlegungen einbeziehen sollte, um nicht den Anschluss zu verlieren.

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Die IHK sieht Handlungsbedarf und das ist gut so. Denn am Ende des Tages sind es die Bürgerinnen und Bürger, die von diesen Effizienzsteigerungen profitieren sollten. Und wer weiß, vielleicht wird Thurgau bald zum Vorzeigeobjekt für moderne Verwaltungsabläufe – zumindest wenn die IHK und die Verantwortlichen den Mut haben, die richtigen Schritte zu gehen. In einer Zeit, in der alles schnelllebiger wird, ist es an der Zeit, auch in der Verwaltung neue Wege zu gehen.