Am Donnerstag, dem 24. April 2026, wurde in Amriswil der offizielle Spatenstich für den Neubau des Werkhofs gefeiert. Unter den Anwesenden waren Regierungsrat Dominik Diezi, Kantonsbaumeisterin Barbara Zeleny und Bruno Keller, der Leiter der Abteilung Betrieb beim Tiefbauamt Thurgau. Die Bedeutung dieses Projekts für die Thurgauer Infrastruktur wurde eindringlich betont, denn der Werkhof spielt eine zentrale Rolle für die Betriebssicherheit der Straßen im Kanton.
Das Tiefbauamt Thurgau ist verantwortlich für den Unterhalt von etwa 800 Kilometer Kantons- und 50 Kilometer Nationalstraßen. Aktuell betreibt es vier Werkhöfe in Kesswil, Sulgen, Eschlikon und Frauenfeld. Der Neubau in Amriswil ist notwendig, da der bestehende Werkhof in Kesswil den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Mit dem neuen Werkhof in Amriswil sollen Synergien mit dem Werkhof in Sulgen geschaffen werden, darunter eine zentrale Fahrzeugwerkstatt.
Ein nachhaltiges Baukonzept
Der Neubau wird umfassende Einrichtungen beinhalten, darunter Fahrzeughallen, Werkstätten, Lagerräume sowie Büro- und Personalbereiche. Ein geplanter Innenhof wird als zentrale Arbeits- und Rangierfläche dienen. Architektonisch wird das Gebäude durch zwei Langhäuser und einen markanten Turmbau um einen zentralen Werkhof geprägt. Besonders hervorzuheben ist die nachhaltige Holzbauweise, die hohe Anforderungen an Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit erfüllt.
Der Entwurf stammt vom Züricher Architekturbüro Stefan Roggo und Christoph Widmer Architekten ETH SIA und der Objektkredit für den Neubau beläuft sich auf rund 25 Millionen Franken. Die Fertigstellung des Baus wird voraussichtlich im Frühjahr 2028 erfolgen. Stadtpräsident von Amriswil und weitere Offizielle nahmen ebenfalls am Spatenstich teil.
Ein markanter architektonischer Ausdruck
Der Jurybericht zum Bauprojekt beschreibt den Werkhof als eine gelungene Interpretation von „Werk-Hof“ und Gehöft. Diese städtebauliche Grundanordnung schafft einen spezifischen Ort in einem heterogenen Kontext. Die vorgeschlagenen Volumen sind sowohl städtebaulich als auch funktional sinnvoll und integrieren geschickt die Salzsilos als identitätsstiftendes Element. Ihre Positionierung und Proportion verleihen dem Silobau eine starke Wirkung, während die Fassade ein variables System aus geschlossenen und offenen Bereichen präsentiert.
Die Gestaltung erzielt mit einfachen Mitteln einen maximalen Effekt und erinnert durch die räumlich-städtebauliche Doppelung des Silovolumens mit einer Pappelreihe an historische landwirtschaftliche Betriebe. Die Umgebungsgestaltung bleibt minimal, da die Anlage fast den gesamten verfügbaren Perimeter besetzt. Dadurch reduziert sich auch die Notwendigkeit einer Einzäunung des Areals.
Dieses Projekt überzeugt nicht nur durch seine Funktionalität, sondern auch durch eine einprägsame und identitätsstiftende Gestaltung, die die Zweckbestimmung des Baus unterstützt. Für die Thurgauer Infrastruktur ist der Neubau des Werkhofs in Amriswil ein bedeutender Schritt in die Zukunft.
Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link sowie im Bericht des Architekturbüros.