Dunkle Geheimnisse und lebendige Geschichte: Ein Stadtrundgang durch das Strafrecht des Thurgau
Ein spannender Stadtrundgang steht bevor! Am Sonntag, den 28. Juni 2026, lädt das Historische Museum Thurgau zu einer Zeitreise ein, die die Schatten der Vergangenheit erhellt. Das Thema? Strafverfolgung im Thurgau zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. Wer hätte gedacht, dass diese Zeit so viel spannender war, als wir es uns heute vorstellen? Verwaltung durch Landvögte und Gerichtsherren, Hexenprozesse und die Strafen, die damals gegen Diebe und Bettler verhängt wurden – das klingt nach einem echten Abenteuer, oder?
Der Rundgang führt durch die Straßen von Frauenfeld, vorbei an Originalschauplätzen, die noch immer das Echo von längst vergangenen Zeiten tragen. Wir starten im Gerichtssaal des Schlosses Frauenfeld, einem Ort, der von Macht und Rechtsprechung durchdrungen ist. Die Kulturvermittler Bettina und Dani Duttweiler werden uns durch diese düstere, aber faszinierende Epoche führen. Während wir uns umsehen, werden wir auf historische Figuren treffen, darunter auch den Scharfrichter Leonhard Volmar. Der Gedanke an seine Folterinstrumente lässt einen fast frösteln – es ist wie ein Stück Geschichte, das zum Greifen nah ist.
Ein Blick in die Abgründe der Justiz
Bettina Duttweiler, Historikerin und Mitgestalterin der Tour, wird uns erzählen, wie die Gesellschaft im 17. Jahrhundert mit Pest, dem Dreißigjährigen Krieg und anderen klimatischen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Interessanterweise wurden viele dieser Probleme dem Teufel und den Hexen zugeschrieben, besonders alleinstehenden, armen Frauen. Es ist erschreckend zu denken, wie leichtfertig das Leben damals auf dem Spiel stand und wie die Menschen nach Sündenböcken suchten. Die Hexenverfolgungen sind ein düsteres Kapitel der Geschichte, das uns auch heute noch zum Nachdenken anregt.
Die Tour wird uns nicht nur mit Schicksalen von unglücklichen Frauen konfrontieren, sondern auch mit den Mechanismen der damaligen Justiz. Die hohe Gerichtsbarkeit konnte Todesstrafen aussprechen und setzte sich aus Landvogt, Landammann, Schreiber und zwölf gottesfürchtigen Männern zusammen. Ein Proporz-System ab 1712 sorgte immerhin für eine gewisse Balance zwischen den Konfessionen – doch die Fragen von Recht und Gerechtigkeit waren damals ganz andere. Die Duttweilers haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Themen auf szenische Weise zu beleuchten. Wie etwa die Verhaftung der Kräuterfrau Kunigunde Zürcher, die auf einem realen Fall von 1635 basiert.
Einladung zur Reflexion
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Justiz des 17. und 18. Jahrhunderts oft mit Willkür und Angst betrieben wurde. Justizmorde und die Suche nach Sündenböcken waren an der Tagesordnung. Wenn wir uns heute über Themen wie Rechtsgleichheit und Gerechtigkeit freuen können, so ist das eine Errungenschaft, die wir nicht als selbstverständlich ansehen sollten. Die Tour ist für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet und bietet eine einmalige Gelegenheit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen – und das alles in einem lebendigen, interaktiven Rahmen.
Der Rundgang beginnt um 13.30 Uhr und dauert bis 15.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber eine Anmeldung ist erforderlich. Also, schnappen Sie sich Ihre Freunde oder Familie und machen Sie sich bereit für eine spannende Entdeckungsreise in die dunklen Ecken der Thurgauer Geschichte! Man weiß ja nie, welche Überraschungen auf einen warten – und vielleicht erfährt man auch, was es mit dem Teufel und den Hexen wirklich auf sich hatte. Seien Sie dabei, wenn die Geschichte lebendig wird!
