Ein Kapitel geht zu Ende: Die Informationsgemeinschaft Passivhaus Schweiz (IGPH CH) hat nach 22 Jahren ihren Abschied genommen. Auf der letzten Generalversammlung in Chur fiel die Entscheidung, die vereinte Kraft für energieeffizientes Bauen aufzulösen. Ein bisschen wehmütig könnte man sagen, dass ein Pionier seiner Zeit nun seine Reise beendet hat. Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, energieeffizientes Bauen als Standard zu etablieren – und das hat er zweifellos erreicht. Ein Hoch auf die vielen Jahre, die die Mitglieder in Projekte und Initiativen investiert haben!

Stefan Mischler, der seit 2019 das Zepter in der Hand hielt, und sein Vorgänger Pierre Honegger, der von 2007 bis 2019 die Geschicke leitete, stammen beide aus dem Thurgau. Sie haben während ihrer Amtszeiten maßgeblich dazu beigetragen, dass der Passivhaus-Standard nicht nur ein Traum, sondern Realität wurde. Der Gründungspräsident, Josias Gasser, aber auch ein Thurgauer, ist kürzlich verstorben – und das gibt dem Ganzen einen bittersüßen Beigeschmack. Die IGPH CH war nicht nur ein Verein, sondern ein Netzwerk von Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich für nachhaltiges Bauen einsetzen. Sie organisierten Auftritte an Immobilienmessen und führten die Tage des offenen Passivhauses durch. Es gab nicht nur fünf Magazine, sondern auch zwei Studien in Zusammenarbeit mit Hochschulen!

Ein Rückblick auf die Erfolge

Ein beeindruckendes Programm: Rund 18 Minergie-P Kurse wurden angeboten, um die Teilnehmer in der Umsetzung der «Energiestrategie 2050» zu schulen. Wenn man bedenkt, dass jährlich etwa 9000 Besucher an Infoabenden über energetische Sanierungen informiert wurden, bekommt man ein Gefühl für die Reichweite und den Einfluss, den der Verein hatte. Ach ja, und die neuen Minergie-Ziele sind identisch mit den früheren Vorgaben der IGPH CH – das zeigt, wie tief die Wurzeln in der Branche verankert sind. Energieeffizientes Bauen im Minergie-P-Standard ist heute bei vielen Investoren und öffentlichen Bauträgern zur Norm geworden. Ein Grund zur Freude, oder?

Dankbar blickt der Verein auf eine intensive 22-jährige Geschichte zurück, die nicht nur Erfolge, sondern auch Herausforderungen beinhaltete. Man kann nur erahnen, wie viele Gespräche, Ideen und Visionen in diesen zwei Jahrzehnten entstanden sind. Die Welt des Bauens hat sich verändert – und das nicht nur durch technische Innovationen, sondern auch durch ein wachsendes Bewusstsein für ökologische Verantwortung.

Minergie: Ein Standard für die Zukunft

Ein Wort noch zu Minergie selbst – das ist der Schweizer Baustandard für Komfort, Effizienz und Klimaschutz. Der Standard gilt für Neubauten und Sanierungen und setzt auf eine hochwertige Gebäudehülle, kontrollierten Luftwechsel und den Einsatz erneuerbarer Energien. Die Nutzung von Solarenergie spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Wer in einem Minergie-Bau wohnt, genießt nicht nur ein angenehmes Raumklima, sondern leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz. CO2-frei im Betrieb und minimierte Treibhausgasemissionen bei der Erstellung – das sind keine leeren Versprechungen, sondern gelebte Realität.

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Die Zahlen sprechen für sich: 27.546 zertifizierte Objekte, 741.100.000 m² Energiebezugsfläche und 1.728 Fachpartner und Mitglieder, die sich dem Ziel verschrieben haben, den Energieverbrauch zu senken. Minergie-Areale kombinieren Bestands- und Neubauten, die den Energieverbrauch auf ein Minimum reduzieren und maximal auf erneuerbare Energien setzen. Der Zusatz ECO berücksichtigt nicht nur die Ökologie, sondern auch die Gesundheit der Bewohner. Und mit dem Minergie-Netto-Null-Standard wird der Lebenszyklus von Gebäuden in den Fokus gerückt – emissionsarm über die gesamte Lebensdauer.

Es bleibt zu hoffen, dass die Ideen und Impulse der IGPH CH weiterhin in den Köpfen und Herzen der Bauindustrie leben. Denn auch wenn der Verein nun Geschichte ist, so bleibt das Ziel bestehen: eine nachhaltige und zukunftsfähige Bauweise, die den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt gerecht wird. Ein Hoch auf die nächsten Schritte in die Zukunft!