Im schönen Thurgau, wo die Felder in sattem Grün erstrahlen und die Obstbäume in voller Blüte stehen, wird gegenwärtig ein spannendes Projekt zur Pflanzenschutzoptimierung durchgeführt. Unter dem Namen „Pflanzenschutzoptimierung mit Precision Farming“ (kurz: Pflopf) haben sich seit 2019 58 landwirtschaftliche Betriebe zusammengetan, um das Potenzial moderner Technologien auszuloten. Bis zum Abschlussdatum am 5. Mai 2026 soll die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes um mindestens 25% erreicht werden. Da kann man nur sagen: Hut ab!
Die positive Bilanz nach acht Jahren lässt bereits jetzt die Herzen der Landwirte höher schlagen. Projektleiter Christian Eggenberger, vom landwirtschaftlichen Kompetenzzentrum Arenenberg, berichtet von erfreulichen Fortschritten. Rund 2000 Hektar werden mit ressourcenschonenden Technologien bearbeitet, was nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Budget der Bauern zugutekommt. Die eingesetzten Technologien sind vielseitig: Von prognose- und monitoringsystemen über satellitenbasierte Lenksysteme bis hin zu Pflanzenschutzdrohnen – hier wird aufgerüstet, was das Zeug hält!
Die Vielfalt der Technologien
Die Betriebe müssen mindestens zwei Precision-Farming-Technologien auswählen, um Teil des Projekts zu sein. Da wird nicht nur mit Drohnen gearbeitet, sondern auch sensorgesteuerte Hackgeräte und autonomer Mulchroboter kommen zum Einsatz. Am Ende des Tages zaubert das nicht nur Einsparungen von bis zu 30% weniger Herbiziden auf die Felder, sondern auch ein gutes Gefühl bei den Landwirten. Das Feedback der Teilnehmer fällt durchweg positiv aus, obwohl sie auch von Optimierungspotenzial in der Datenerfassung und -übertragung berichten.
Für die Finanzierung des Projekts wurden insgesamt 4,1 Millionen Franken aufgebracht. Der Bund übernahm 80% der Kosten, während der Kanton Thurgau mit etwa 273’000 Franken zur Kasse bat. Dabei gingen 45% der Mittel direkt an die Bauern als Abgeltungen für die Maßnahmenumsetzung. Auch 33% flossen in Beratung, Wissenstransfer und Unterstützung von Prognose- und Monitoring-Systemen. Ein echter Schmaus für die Landwirte, die ja ohnehin oft auf das Wetter und die Marktpreise angewiesen sind!
Ein Blick auf die Herausforderungen
Die Herausforderungen, die mit der Implementierung solcher Technologien einhergehen, sind jedoch nicht zu unterschätzen. Besonders im Obst- und Rebbau gibt es noch einiges zu tun, wenn es um die Datenübertragung und -erfassung geht. Da wird es für die Landwirte manchmal ganz schön knifflig. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Die Technologien haben die Akzeptanz der Landwirte auf jeden Fall gesteigert, besonders wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt.
Precision Farming, auch bekannt als Präzisionslandwirtschaft, gilt als der Ursprung der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Durch den Einsatz von GPS und Ackerschlagdateien können Landwirte nun bedarfsorientiert Düngemittel und Pestizide anwenden. Das Ziel ist klar: Höhere Erträge und gleichzeitig weniger Umweltbelastungen. Diese technologische Revolution ist wie ein frischer Wind, der durch die alten Strukturen weht und Landwirten neue Möglichkeiten eröffnet.
Um die Effizienz zu steigern, nutzen viele Betriebe digitale Nährstoffkarten, die auf den spezifischen Bedarf der Teilfelder abgestimmt sind. Sensoren erfassen die Bodenbedingungen und Pflanzenzustände, sodass die Mengen von Betriebsmitteln wie Wasser, Dünger und Pestiziden genau angepasst werden können. Das ist nicht nur clever, sondern auch nachhaltig. Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2022/2023 etwa 53.000 Betriebe in Deutschland diese Techniken nutzen, kann man die Relevanz von Precision Farming nur unterstreichen.
Da bleibt nur zu hoffen, dass die positiven Entwicklungen in der Landwirtschaft nicht nur in der Theorie bleiben, sondern sich auch in der Praxis bewähren. Der Weg ist noch lang, aber die ersten Schritte sind gemacht. Und das ist doch schon mal ein Anfang! In Thurgau wird die Zukunft der Landwirtschaft spannend – und das nicht nur für die Landwirte, sondern für uns alle.