Alarmierende Realität: Schweiz im Kampf gegen Femizide unter Druck
Heute ist der 13.07.2026 und während wir hier in Basel unseren Alltag leben, erreichen uns alarmierende Nachrichten aus dem Tessin. Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) hat eindringlich mehr Personal und eine nationale Strategie im Kampf gegen Femizide gefordert. Diese Forderung kommt nicht von ungefähr. Der Anlass ist ein tragischer Vorfall in Faido TI, bei dem drei Polizisten bei einem mutmaßlichen Tötungsdelikt verletzt wurden. Ein Vorfall, der uns alle aufhorchen lässt.
Der mutmaßliche Täter hatte in Leontica TI für eine Explosion gesorgt, die nicht nur materielle Schäden, sondern auch menschliches Leid nach sich zog. Es ist eine erschreckende Realität, die uns vor Augen führt, dass wir im Kampf gegen Gewalt an Frauen mehr tun müssen. Der VSPB betont, dass eine personelle Verstärkung der Polizeikorps unerlässlich ist, um moderne Schutzinstrumente, wie etwa elektronische Fußfesseln, rund um die Uhr überwachen zu können. Ein Appell an die Politik und die Behörden, die nötigen Mittel bereitzustellen – denn die aktuelle Lage verlangt nach sofortigem Handeln.
Wachsende Gewalt und fehlende Unterstützung
Aber nicht nur in der Schweiz, auch in unserem Nachbarland Deutschland zeigt sich ein besorgniserregender Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) sind frauenfeindliche Straftaten im Jahr 2023 um 56,3 % gestiegen. Auch die Zahlen zu häuslicher Gewalt und sexualisierter Gewalt sind alarmierend – sie zeigen eine besorgniserregende Tendenz. Im gleichen Jahr gab es in Deutschland 360 Femizide, was einem Anstieg von 1 % entspricht. Ein besorgniserregender Trend, der keinen Raum für Bequemlichkeit lässt.
Die gesellschaftliche Verbreitung von Frauenhass kann nicht ignoriert werden. In Deutschland gibt es zwar Gesetze wie das Gewaltschutzgesetz und das Gewalthilfegesetz, doch die Realität sieht oft anders aus. Die Hilfesysteme für gewaltbetroffene Frauen sind überlastet. Rund 400 Frauenhäuser und mehr als 750 Fachberatungsstellen stehen zur Verfügung, aber die Nachfrage übersteigt oft das Angebot. Leider sind die Schutzplätze häufig dauerhaft belegt – eine Tragödie, die sich in vielen Fällen in einer Ohnmacht äußert, die Frauen erleiden müssen.
Herausforderungen und Lösungen
Besonders herausfordernd ist die Situation für Frauen, die unter Mehrfachdiskriminierungen leiden. Armut, Behinderungen oder aufenthaltsrechtliche Probleme stellen zusätzliche Hürden dar. Das macht es für viele Frauen extrem schwierig, gewaltvolle Beziehungen zu verlassen oder die nötige Unterstützung zu erhalten. Die strukturellen Gefahren in Einrichtungen und die unzureichenden Hilfsangebote sind alarmierend. Es ist dringend notwendig, Hilfsangebote zu schaffen, die den unterschiedlichen Bedarfen gerecht werden.
Ein Umdenken ist gefragt! Die Barrieren im Hilfesystem müssen abgebaut werden. Finanzierungsgründe, bürokratische Vorgaben und ein mangelndes Wissen über Hilfen dürfen nicht länger als Ausrede dienen. Es braucht spezialisierte Angebote für spezifische Gruppen sowie eine Sensibilisierung der Fachkräfte im Hilfesystem, um die Zugänglichkeit zu verbessern.
Zusammengefasst können wir nicht einfach zuschauen, während Frauen weiterhin unter Gewalt leiden. Der Aufruf des VSPB nach mehr Polizeipersonal und einer langfristigen Strategie zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt ist nur ein Teil der Lösung. Es liegt an uns als Gesellschaft, uns aktiv für den Schutz aller Frauen einzusetzen und die nötigen Veränderungen herbeizuführen.
