Die Sonne schien hell über Weggis, als die ersehnten Momente des Rosenfests sich entfalten. Ein strahlendes Lächeln zierte das Gesicht von Lea Meier, die in diesem Jahr zur Rosenkönigin gekrönt wurde. Die 17-jährige Gymnasiastin aus Hofstetten im Kanton Solothurn hätte nie gedacht, dass sie am Frühstückstisch, zwischen Butter und Marmelade, die spontane Entscheidung treffen würde, am Wettbewerb teilzunehmen. Und doch – hier steht sie nun, mit der Krone auf dem Haupt und einem Reisegutschein von 2000 Franken in der Tasche, den sie wohl zusammen mit ihrer Familie irgendwo ans Meer nutzen möchte.

Lea und ihre Familie sind seit Jahren regelmäßig in Weggis, haben das Rosenfest aber erst zum zweiten Mal besucht. Es scheint, als wäre das Fest ein kleiner Geheimtipp, den man entdeckt, wenn man die Zeit und die Traditionen der Region wertschätzt. Die Moderatorin Rita Pfrunder stellte sie und die Rosenprinzessinnen Alexandra Hafner, Salwa Al Ali und Michelle Dali vor, die alle in wunderschönen Kleidern strahlten und die Menschen um sich herum verzauberten.

Die Tradition des Rosenfests

Das Rosenfest, das seit 1926 in Freiwilligenarbeit vom Verein Rosenfest Weggis organisiert wird, ist mehr als nur ein florales Event. Ursprünglich von einer Gruppe junger Männer, dem „Klub der Harmlosen“, ins Leben gerufen, wurde es mit dem Ziel gegründet, die Attraktivität von Weggis zu steigern und die Gemeinschaft zu fördern. Die Geschichte des Festes ist reich an Traditionen und hat sich über die Jahrzehnte zu einem der bedeutendsten Feste der Zentralschweiz entwickelt.

Dieses Jahr war etwas Besonderes, denn zum ersten Mal wurden auch die Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger von „Gwärb Weggis“ im Pavillon geehrt. Ein kleiner Schritt zur Wertschätzung der jungen Generation, die mit ihrem Engagement und ihren Fähigkeiten die Region lebendig hält. Der Präsident des Organisationskomitees, Marco Waltert, war sichtlich zufrieden mit dem Publikumsaufmarsch. Die Vorfreude auf das Feuerwerk, das wegen der Trockenheit leider ausfallen musste, war spürbar. Aber die Stimmung war trotzdem ungebrochen, denn die Menschen kamen zusammen, um das Leben, die Kultur und die Gemeinschaft zu feiern.

Ein Blick in die Geschichte

2026 wird das Rosenfest sein 100-jähriges Bestehen feiern, auch wenn aufgrund von Unterbrüchen das 92. Fest durchgeführt wird. In den späten 1920er-Jahren begann alles mit einer Gruppe junger Idealisten, inspiriert unter anderem vom Narzissenfest in Montreux. Sie wählten die Rose als Symbol für Schönheit und Verbundenheit und schufen damit eine Tradition, die bis heute Bestand hat. Mit Humor und Idealismus organisierten sie die ersten Veranstaltungen, die bei der Bevölkerung großen Anklang fanden.

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Die ersten Tanzbälle und Konzerte schufen eine Atmosphäre der Gemeinschaft, und 1926 fand das erste Rosenfest im Hotel Post statt. Ein Wendepunkt, der die Herzen der Weggiser und Besucher im Sturm eroberte. Der erste Blumenkorso, der 1931 stattfand, setzte dem Ganzen die Krone auf und wurde zu einem unvergesslichen Ereignis im Kalender der Region.

So lebt die Tradition des Rosenfestes weiter, und es bleibt ein Ort, an dem Gemeinschaftssinn, Ideenreichtum und die Schaffung von Schönem für Weggis im Vordergrund stehen. Und während wir hier stehen und die fröhlichen Gesichter betrachten, wird deutlich, dass das Rosenfest nicht nur ein Fest ist, sondern ein ganz besonderes Gefühl von Heimat und Zusammengehörigkeit vermittelt.