Fabienne Holland, die aus Basel bekannte Kommandantin der Kriminalpolizei im Baselbiet, hat eine neue Herausforderung angenommen. Ab dem 1. Mai wird sie das Kommando der Kantonspolizei Solothurn übernehmen und damit eine der 26 Kantonspolizeien der Schweiz leiten. Damit ist sie die vierte Frau in der Schweiz, die ein solches Amt bekleidet. Für viele ist sie ein Vorbild und eine kompetente Führungskraft, die bereits seit 2023 die Kriminalpolizei im Baselbiet leitete und zuvor von 2018 bis 2022 in Solothurn tätig war. Dort war sie die Chefin der Kriminalabteilung und stellvertretende Kommandantin.
Die Kriminalitätsbelastung im Kanton Solothurn ist höher als im Baselbiet. Holland wird ein Korps mit rund 550 Mitarbeitenden führen und hat klar erkannt, dass die Zunahme der Cyberkriminalität und die klassischen Deliktsbereiche wie Gewaltdelikte und Einbruchskriminalität besondere Aufmerksamkeit erfordern. Sie fordert mehr Personal, spezialisierte Fachkräfte und moderne Hilfsmittel. Zudem ist ihr wichtig, dass die Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Bund und internationalen Partnern intensiviert wird.
Eine Vorreiterin in der Polizeiarbeit
Holland war nicht nur die erste Frau an der Spitze der Kriminalpolizei im Baselbiet, sondern auch die zweite Frau in der Polizeileitung insgesamt. Ihre Botschaft an Frauen: Verantwortung übernehmen, sich selbst treu bleiben und sich nicht von Rollenbildern einschränken. In der Baselbieter Polizei wird die Bedeutung weiblicher Vorbilder ernst genommen, und es werden Informationsanlässe für Frauen sowie gezielte Nachwuchsförderung angeboten. Die Notwendigkeit, flexible Arbeitsmodelle zu fördern, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, ist ihr ebenfalls ein Anliegen.
Mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement könnte Hollands Wechsel nicht nur die Kantonspolizei Solothurn stärken, sondern auch die polizeiliche Zusammenarbeit in der Region fördern. Ihr Nachfolger in der Kriminalpolizei ist Vizekommandant Reto Zuber, der bereits seit Anfang April die Leitung übernommen hat. Zudem wird Martin Willi neuer Chef der Sicherheitspolizei, der seit 2003 für die Baselbieter Polizei tätig ist, mit einer zweijährigen Unterbrechung in der Privatwirtschaft.
Kriminalität im Wandel
Die Entwicklungen in der Kriminalitätsstatistik bringen zahlreiche Herausforderungen mit sich. In Deutschland sank die Kriminalität im Jahr 2024 erstmals leicht um 1,7 % auf 5.837.445 registrierte Straftaten. Doch der Rückgang ist nicht ohne seine Gründe: Die Cannabis-Teillegalisierung hat zu einem signifikanten Rückgang der Cannabis-Straftaten geführt. Ohne diese würde ein leichter Anstieg der Straftaten im Fünfjahresvergleich verzeichnet werden, was die Komplexität der Kriminalitätslage unterstreicht.
Die Gewaltkriminalität hingegen stieg um 1,5 % auf 217.277 Fälle, was den höchsten Stand seit 2007 darstellt. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg von tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen, der um 11,3 % respektive 3,8 % zunahm. Die Daten zeigen, dass psychische Belastungen und wirtschaftliche Unsicherheiten als Risikofaktoren für Kinder und Jugendliche in Bezug auf Gewaltkriminalität gelten. Dies wirft die Frage auf, wie die Gesellschaft und die Polizei auf diese Herausforderungen reagieren können, um Präventionsmaßnahmen zu stärken.
Ein Blick in die Zukunft
Ein Rückblick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 zeigt, dass die Zahl der registrierten Straftaten um 5,6 Prozent gesenkt werden konnte. Dennoch bleibt die Situation angespannt, insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität, die 2025 leicht um 2,3 Prozent zurückging. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betonte, dass der Rückgang zwar ein Anfang sei, jedoch keine Entwarnung. Die Polizei steht vor der Herausforderung, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig der Zunahme spezifischer Delikte, wie etwa Sexualdelikten, entgegenzuwirken.
In Anbetracht dieser Entwicklungen wird die Rolle von Führungspersönlichkeiten wie Fabienne Holland immer wichtiger. Ihre Erfahrung und ihr Engagement könnten entscheidend sein, um die Herausforderungen der Kriminalitätsbekämpfung in der Region Solothurn zu meistern und als Vorbild für eine neue Generation von Polizeiführungskräften zu fungieren.