Heute ist der 28.04.2026 und die Asiatische Hornisse breitet sich zunehmend im Kanton Solothurn aus. Diese invasiven Insekten stellen nicht nur eine Herausforderung für die heimische Biodiversität dar, sondern auch für die Imkerei und die allgemeine Sicherheit der Bevölkerung. Aus diesem Grund hat der Kanton Solothurn die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Nester der Asiatischen Hornisse zu melden, um deren fachgerechte Entfernung zu gewährleisten und die Ausbreitung der Art einzudämmen.
Im Frühling, wenn die Temperaturen steigen, beginnen die Königinnen mit dem Bau ihrer kleinen, kugelförmigen Nester. Diese Nester werden oft an geschützten Orten im Siedlungsgebiet angelegt, sei es unter Vordächern, in Garagen oder in Hecken. Sobald die Nester gewachsen sind, verlegen die Völker ihre Behausungen im Sommer in größere Nester, die häufig hoch oben in den Baumkronen zu finden sind. Eine frühzeitige Entdeckung und Entfernung der Nester ist entscheidend, um die Ausbreitung dieser Art zu minimieren.
Erkennung und Lebensweise der Asiatischen Hornisse
Die Asiatische Hornisse, auch bekannt als Vespa velutina nigrithorax, kann durch ihre dunklere Färbung im Vergleich zur Europäischen Hornisse (Vespa crabro) leicht identifiziert werden. Das gelb-orange Muster ist nur im letzten Drittel des Hinterleibs sichtbar, während die Brust schwarz-braun und das Gesicht gelb mit einer orange-gelben Stirnzeichnung ist. Zudem sind die Füße der Hornisse gelb, was ihr den Beinamen Asiatische Gelbfuß-Hornisse eingebracht hat. Diese Hornissen sind kleiner als ihre heimischen Verwandten und können aggressiv auf Eindringlinge reagieren.
Das Hornissenjahr beginnt im Frühjahr, wenn die befruchteten Jungköniginnen einen geeigneten Platz für ihr Nest suchen. Das Gründungsnest, das etwa die Größe eines Golfballs oder Tennisballs hat, wird meist bodennah angelegt. Sobald die Königin ihre Eier gelegt hat, schlüpfen die Arbeiterinnen, die sich um den Ausbau des Nests kümmern. Circa 70 % der Primärnester entwickeln sich zu Sekundärnestern, die mehrere Tausend Hornissen beherbergen können. Im Herbst schlüpfen schließlich die Geschlechtstiere und die Jungköniginnen, die dann Überwinterungsplätze suchen.
Warum die Asiatische Hornisse ein Problem darstellt
Die Asiatische Hornisse wurde 2016 von der Europäischen Kommission auf die Liste invasiver gebietsfremder Arten gesetzt. Ab März 2025 wird sie in Deutschland als „etabliert“ geführt, was bedeutet, dass es keine Bekämpfungspflicht mehr gibt. Das Management umfasst Öffentlichkeitsarbeit, Fang und Beseitigung von Königinnen sowie die Lokalisierung und Entfernung von Nestern, um die negativen Auswirkungen auf die Biodiversität und die Imkerei zu minimieren. Diese Hornissen ernähren sich von kohlenhydrathaltiger Nahrung, während sie ihren Eiweißbedarf durch die Jagd auf Insekten, darunter auch Honigbienen, decken.
Die Bevölkerung wird dringend gebeten, verdächtige Insekten oder Nester zu fotografieren und über die nationale Meldeplattform asiatischehornisse.ch zu melden. Gemeldete Nester werden dann von Fachpersonen im Auftrag des Kantons oder der Gemeinde entfernt. Selbstständige Bekämpfung und der Einsatz von Fallen sind nicht empfohlen, da es keine spezifischen Fallen für Asiatische Hornissen gibt und der Beifang an anderen Insekten ökologischen Schaden anrichten kann.
Angesichts dieser Herausforderungen ist es für die Bürgerinnen und Bürger von Solothurn von großer Bedeutung, wachsam zu sein und einen aktiven Beitrag zur Eindämmung der Asiatischen Hornisse zu leisten. Nur gemeinsam können wir diese invasive Art eindämmen und die heimische Natur schützen.