Schwyz im Aufruhr: Wachstumsstopp für die Kantonsverwaltung sorgt für hitzige Debatten
In Schwyz, wo die Berge hoch und die Diskussionen hitzig sind, hat der Kantonsrat kürzlich mit 49 zu 42 Stimmen einen Wachstumsstopp für die Kantonsverwaltung beschlossen. Ein ganz schöner Zoff, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Staatsangestellten künftig nicht schneller wachsen darf als die Bevölkerung. Vor allem, wenn man sich die Zahlen anschaut: Zwischen 2012 und 2025 stieg die Anzahl der Verwaltungsstellen um 16,3%, während die Bevölkerung nur um 12,6% anwuchs. Fast 1800 Staatsangestellte arbeiten aktuell in Schwyz – das klingt nicht gerade nach einer kleinen Truppe.
Besonders bemerkenswert ist, dass das stärkste Stellenwachstum in den Bereichen Heilpädagogik, Kantonspolizei und Migrationsamt zu verzeichnen war. Der Vorstoß zu diesem Wachstumsstopp kam von SVP-Kantonsrat Alexander Lacher. Ein Mann, der anscheinend ein Gespür dafür hat, wo’s lang gehen könnte. Doch der Schwyzer Regierungsrat zeigt sich skeptisch. Er warnt davor, dass diese neue Regelung die notwendige Flexibilität für gesetzlich vorgeschriebene Leistungen einschränkt. Man stellt sich vor, wie die Gemeinden dann die Aufgaben übernehmen müssen – und ob das wirklich eine Verbesserung bringt, ist fraglich.
Regelung mit Ausnahmeklausel
Im Kantonsrat wurde zudem auf eine Ausnahmeklausel hingewiesen. Diese erlaubt unter bestimmten Umständen ein höheres Stellenwachstum. Eine Art Hintertür, die möglicherweise dazu dient, die strengen Vorgaben zu lockern, falls es wirklich nötig ist. Man könnte sagen, es ist wie eine Sicherheitsleine, die dafür sorgt, dass nicht alles in den Abgrund stürzt, wenn mal mehr Personal gebraucht wird.
Interessant ist, dass ähnliche Vorstöße in anderen Kantonen oft nicht durchkamen. Einzig im Aargau gab es einen vergleichbaren Beschluss. Das wirft die Frage auf, ob Schwyz hier einen Trend setzen möchte oder ob man sich in einem Experiment verstrickt, das nicht den erhofften Erfolg bringt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden.
Öffentlicher Sektor im Vergleich
Werfen wir einen Blick über die Grenzen hinaus – oder besser gesagt, in die Statistiken. Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung zeigt, dass der öffentliche Sektor ein ganz eigenes Biotop ist. Seit 1991 wird diese Erhebung jährlich vom Bundesamt für Statistik durchgeführt. Ihnen entnehmen wir, dass das durchschnittliche Vollzeit-Bruttoeinkommen im öffentlichen Sektor bei 91.979 Franken liegt – immerhin 15.188 Franken höher als im privaten Sektor. Wer hätte das gedacht?
Der Akademikeranteil im öffentlichen Sektor beträgt 26%, im privaten Sektor sind es 45%. Ein klarer Hinweis darauf, dass der öffentliche Dienst tendenziell älter ist und langfristiger im Beruf bleibt. 43% Frauen im öffentlichen Sektor stehen 56% im privaten Sektor gegenüber – die Geschlechterverteilung ist also auch hier ein Thema, das nicht ignoriert werden kann.
Wenn man sich die Lohnstrukturerhebung anschaut, wird deutlich, dass die Löhne im öffentlichen Sektor im Schnitt 100.975 Franken betragen, während die im privaten Sektor bei 115.491 Franken liegen. Ein klarer Wettbewerb, der sich in der Attraktivität der Jobs widerspiegelt. Und hier kommen wir wieder zum Punkt: Wie wird sich der Wachstumsstopp auf die Anwerbung und Bindung von qualifizierten Arbeitskräften auswirken? Das ist eine Frage, die viele auf dem Schwyzer Rathaus beschäftigen sollte.
So oder so, die Entwicklungen in Schwyz sind spannend zu beobachten. Die Diskussionen um den Wachstumsstopp werden sicherlich nicht so schnell verstummen – und ob die Gemeinden wirklich bereit sind, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit bleibt uns nur, die Ohren offen zu halten und die nächsten Schritte dieser hitzigen politischen Debatte zu verfolgen.
