Im Gebiet Gumpisch, das bekannt ist für seine schöne Aussicht und die ruhige Natur, kam es am Sonntagabend, den 31. Mai 2026, zu einem unerwarteten Murgang. Kurz nach 20 Uhr, als die Wolken ihre Schleusen öffneten und der Regen in Strömen fiel, rutschte das Erdmaterial hangabwärts und machte die beliebte Axenstrasse zwischen Flüelen und Sisikon zur unpassierbaren Zone. Ein gewaltiges Schauspiel, das die Natur da abliefert, aber auch eine klare Mahnung an die Macht der Elemente.
Die Axenstrasse wurde sofort in beide Richtungen gesperrt, und die Einsatzkräfte waren rasch vor Ort. Dank der schnellen Reaktion konnten alle Fahrzeuge rechtzeitig gewendet werden, sodass es zu keinen Verletzten kam. Es ist ein Glück im Unglück – keine Schäden an der Strasseninfrastruktur wurden festgestellt. Die Sperrung wird voraussichtlich bis zum Montagvormittag, den 1. Juni, bestehen bleiben, bis das Bundesamt für Strassen (Astra) die Lage neu beurteilt. Wer aus Richtung Süd anreisen wollte, kann bis zur Tellsplatte fahren, während die Zufahrten aus dem Norden nach Sisikon und Riemenstalden ebenfalls gesichert sind.
Ein Murgang – Was ist das eigentlich?
Murgänge sind nicht einfach nur ein paar heruntergerutschte Steine – sie sind wahre Naturgewalten. Diese schnell fließenden Massen aus Schlamm, Wasser, Geröll und Gestein können Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h erreichen! Sie transportieren riesige Mengen Material und können in Sekundenschnelle große Zerstörungen anrichten. Oft sind sie die Folge von starkem Regen oder plötzlicher Schneeschmelze, die das Erdmaterial destabilisieren. In Gebirgen, wie hier in der Schweiz, sind solche Ereignisse nicht ungewöhnlich, aber sie sind immer wieder erschreckend. Man stelle sich vor, man steht am Hang und sieht, wie die Erde sich bewegt – ein Bild, das einem noch lange im Gedächtnis bleibt.
Obwohl keine Verletzten zu beklagen sind, bleibt die Gefahr solcher Ereignisse nicht ohne langfristige Folgen. Murgänge verursachen nicht nur unmittelbare Schäden, sondern können auch die Umwelt nachhaltig belasten. Der Klimawandel trägt weiter zur Häufung solcher Naturereignisse bei, da er die Intensität von Niederschlägen und die Geschwindigkeit von Schneeschmelzen verstärkt. Es wird immer wichtiger, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um den Risiken solcher Naturkatastrophen zu begegnen.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Einsatzkräfte sind bereits im Einsatz – das Amt für Betrieb Nationalstrassen, Spezialisten des Astra, ein privater Sicherheitsdienst sowie die Kantonspolizei Schwyz und Uri sind vor Ort. Sie arbeiten unermüdlich daran, die Sicherheit der Anwohner und Reisenden zu gewährleisten. Die Empfehlung lautet, die gesperrte Axenstrasse großräumig über den Seelisbergtunnel und Luzern zu umfahren. Ein Umweg, ja, aber sicherer. Und manchmal ist es eben besser, einen Schritt zurückzutreten, als sich in die Gefahr zu begeben.
Wenn die Natur an die Tür klopft, ist es immer gut, vorbereitet zu sein. Auch wenn es in diesem Fall glimpflich ausgegangen ist, mahnt es uns, die Kraft der Natur zu respektieren. Murgänge – sie sind eine Erinnerung daran, dass wir nur Gast in dieser beeindruckenden Landschaft sind.