Es gibt Themen, die uns alle betreffen, auch wenn sie manchmal im Schatten der großen Stars stehen. Ein solches Thema ist die Sichtbarkeit von Schlager und Volksmusik in der Schweiz. Linda Fäh, die talentierte Sängerin, hat kürzlich in einem Interview (wie nau.ch berichtet) eindringlich darauf hingewiesen, dass diese Musikrichtungen mehr Anerkennung verdienen. Trotz der ganzen Erfolge, die Schweizer Künstler in diesen Genres feiern, bleibt die Anerkennung bei den Swiss Music Awards häufig aus. Das ist schon ein bisschen frustrierend, oder?
Fäh kritisiert, dass Schlager und Volksmusik ein „abgestaubtes“ Image haben, was sich nicht mit dem Erfolg, den Künstler wie die Band „Fäaschtbänkler“ erzielen, deckt. Man fragt sich, warum solche Erfolge nicht gebührend gewürdigt werden. Schließlich füllen diese Künstler nicht nur Arenen, sondern erreichen auch hohe Klickzahlen im Internet – vor allem in Deutschland und Österreich. Warum also nicht auch in der Schweiz?
Eine Stimme für die Vielfalt
In den letzten Jahren waren Vertreter dieser Musikrichtungen bei den Swiss Music Awards eher rar gesät. Klar, Trauffer hat 2026 als „Best Solo Act National“ gewonnen und die „Stubete Gäng“ wurde 2024 als „Best Streaming Artist“ ausgezeichnet. Aber das ist nicht genug, findet Fäh. Sie betont, dass Schlager und Volksmusik eine große Fanbase haben und viel Zuspruch erhalten. Die Veranstalter, CH Media, haben zwar die Kritik erkannt und verstehen den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit, aber das muss auch in der Praxis umgesetzt werden.
Die Awards basieren auf messbaren Verkaufs- und Streamingzahlen, das ist eine Tatsache. Aber ist das wirklich die einzige Maßnahme? Fäh fragt sich, warum die Erfolge von Künstlern wie Beatrice Egli, die zuletzt 2021 ausgezeichnet wurde, nicht stärker in den Vordergrund gerückt werden. Es scheint, als würde eine ganze Musikszene im Schatten der großen internationalen Stars stehen.
Die Gewinner von 2026
Am 19. März 2026 fand die 19. Swiss Music Awards im Hallenstadion statt, und die Gewinnerliste war alles andere als unspektakulär. Hecht, eine der kommerziell erfolgreichsten Bands der Schweiz, wurde gleich viermal ausgezeichnet – unter anderem als bester Live-Act und bester Streaming-Artist. Stefan Buck, der Frontmann, sprach von einem bewegenden Gefühl. Daneben gab es auch Preise für Trauffer und Zoë Më, die als bester Breaking Act geehrt wurde.
Diese Vielfalt an Talenten und Auszeichnungen zeigt, wie bunt die Schweizer Musikszene ist. Doch wo bleibt der Platz für die Schlager- und Volksmusik? Die Awards zeichnen sich durch eine objektive und genreübergreifende Nominierung aus, aber die Stimmen aus diesen Musikrichtungen sind nach wie vor unterrepräsentiert. Das lässt einen schon nachdenklich zurück.
Linda Fäh hat mit ihrer Stimme eine wichtige Diskussion angestoßen. Es bleibt abzuwarten, ob die Veranstalter von CH Media diese Anregungen ernst nehmen und die Musiklandschaft in der Schweiz künftig gerechter abbilden. Der Wunsch nach mehr Sichtbarkeit ist da, und die Musikszene ist bereit, sich weiterzuentwickeln.