Margaretentag: Ein Fest der Freundschaft zwischen Wenigzell und Elgg
Am vergangenen Wochenende wurde in Wenigzell ein ganz besonderes Fest gefeiert – der Margaretentag. Bürgermeister Herbert Berger hatte dazu die Delegation aus der Schweizer Partnergemeinde Elgg eingeladen. Unter der Leitung von Gemeindepräsidentin Ruth Büchi-Vögeli und Gemeindekassier René Schnyder kamen 27 Besucher aus dem Kanton Zürich, um die Traditionen und die herzliche Gastfreundschaft von Wenigzell zu erleben.
Die Partnerschaft zwischen Elgg und Wenigzell hat eine bewegte Geschichte. Nach dem 2. Weltkrieg stand Elgg dem zerstörten Wenigzell zur Seite und half beim Wiederaufbau. Diese Geste der Solidarität hat bis heute Bestand, und die Freundschaften, die seither gewachsen sind, wurden an diesem Wochenende erneut gefestigt.
Ein bunter Tag voller Höhepunkte
Die Delegation wurde im Gemeindehaus herzlich empfangen, bevor es für alle zur Bratlalm ging. Die Wanderung war ein echtes Erlebnis – die Aussicht auf die umliegenden Berge war atemberaubend, und auch die kulinarischen Köstlichkeiten, die dort serviert wurden, ließen so manches Herz höher schlagen. Man kann sich gut vorstellen, wie die Gespräche und das Lachen in der Luft lagen, während die Gäste die regionale Küche genossen.
Am Abend sorgte die Schuhplattlergruppe Wenigzell mit einem mitreißenden Auftritt für Stimmung. Die Musik brachte nicht nur die Füße, sondern auch die Herzen zum Tanzen! Es wurde gesungen und gefeiert – ein Abend, an dem die Freude und die Verbundenheit spürbar waren. Aber damit war das Programm noch nicht beendet. Am Samstag nach der Hl. Messe stand der Besuch des Musikantenkirtags auf dem Plan, organisiert durch den Musikverein unter der Leitung von Obmann Christian Gruber. Hier ging es weiter mit Gesang und ausgelassener Stimmung.
Die Wurzeln des Margaretentags
Die Margeritentage haben eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1910 zurückreicht. Diese Festivitäten wurden ursprünglich organisiert, um die Kinderkrankenpflege in örtlichen Krankenhäusern zu unterstützen. Die Margerite symbolisiert die „weiße Blume der Barmherzigkeit“, und von Anfang an waren junge Mädchen aus dem Bürgertum dabei, die in weißen Kleidern mit Margeriten geschmückt durch die Straßen zogen und Kunstblumen gegen Spenden verteilten. Es ist schon beeindruckend, wie eine so einfache Idee über die Jahre hinweg so viele Menschen zusammengebracht hat.
Der erste Margeritentag in Frankfurt am Main brachte damals mehr als 100.000 Mark ein – das wären heute etwa 723.000 Euro. Solche Erlöse wurden auch in anderen Städten erzielt, wo es Gesangsdarbietungen, sportliche Wettkämpfe und Umzüge gab, die die Menschen zusammenführten. Die Idee des Margaretentags lebt also nicht nur in Wenigzell weiter, sondern hat auch Wurzeln, die weit über die Grenzen hinausreichen.
Eine lebendige Partnerschaft
Die Pflege solcher Partnerschaften ist heutzutage wichtiger denn je. Die kommunalen Spitzenverbände und internationale Organisationen haben daher Datenbanken eingerichtet, um diese Verbindungen sichtbar zu machen und zu fördern. Fast 7.000 Partnergemeinden gibt es weltweit, die in verschiedenen Kategorien miteinander verbunden sind – sei es durch förmliche Partnerschaften oder informelle Kontakte. Diese Netzwerke ermöglichen es, Freundschaften zu schließen und den Austausch zwischen den Kommunen lebendig zu halten.
Die Möglichkeit, durch gemeinsame Projekte und Feste wie den Margaretentag nicht nur Traditionen zu bewahren, sondern auch neue Freundschaften zu knüpfen, ist unbezahlbar. So wird die Partnerschaft zwischen Elgg und Wenigzell auch in Zukunft bestehen bleiben – und vielleicht wird das nächste Treffen schon bald wieder in einem der beiden Orte stattfinden. Wer weiß, vielleicht sogar mit einem ganz neuen Programm voller Überraschungen!
