Am Samstag, den 23. Mai 2026, kam es gegen 18:15 Uhr zu einem bedauerlichen Vorfall in Thun, genauer gesagt an der Bahnhofstrasse. Eine Fussgängerin, die gerade die Strasse in Richtung Kaufhaus überquerte, wurde von einer E-Bike-Lenkerin erfasst, die aus dem Maulbeer-Kreisverkehr kam. Ein Moment der Unachtsamkeit, der fatale Folgen hatte. Die Frau stürzte zu Boden und zog sich Verletzungen zu. Glücklicherweise waren mehrere Drittpersonen zur Stelle, die sich sofort um die verletzte Fussgängerin kümmerten.

Die E-Bike-Lenkerin hielt zwar an und sprach die Fussgängerin an, entschied sich aber dann, die Unfallstelle zu verlassen. Ein Verhalten, das Fragen aufwirft und für die Polizei Anlass genug gibt, die Ermittlungen aufzunehmen. Am nächsten Tag suchte die verletzte Frau schließlich selbständig ärztliche Hilfe. Es wurde festgestellt, dass sie Verletzungen erlitten hatte, die behandelt werden mussten. Die Kantonspolizei Bern hat inzwischen einen Zeugenaufruf gestartet und bittet alle, die den Vorfall beobachtet haben, sich zu melden. Hinweise können unter der Telefonnummer +41 33 225 31 31 gegeben werden.

Ein besorgniserregender Trend

Der Vorfall in Thun reiht sich ein in einen besorgniserregenden Trend. Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 27. April 2026 ist die Zahl der getöteten Radfahrenden im Jahr 2025 um 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insgesamt starben 462 Radfahrerinnen und -fahrer bei Unfällen. Besonders auffällig: 217 dieser tragischen Fälle betrafen Pedelec-Nutzende. Dies zeigt, dass E-Bikes, trotz ihrer Popularität, auch Risiken bergen.

Die Statistiken sind alarmierend. Bei 1.038 Unfällen zwischen Pedelecs und Fussgängern im Jahr 2025 gab es 16 Schwerverletzte und 119 Leichtverletzte pro 100 Unfälle. Das ist eine hohe Zahl, die uns allen zu denken geben sollte. Besonders die ältere Generation ist betroffen; 61,5 % der tödlich verunglückten Radfahrenden waren 65 Jahre oder älter. Es ist klar, dass sowohl Radfahrende als auch Fussgänger besondere Vorsicht walten lassen müssen, um solche Unfälle zu vermeiden.

Die Verantwortung im Straßenverkehr

Ein weiterer Blick auf die Daten offenbart, dass Radfahrende in 58,1 % der Fälle bei Kollisionen mit Fussgängern die Hauptschuld trugen. Es zeigt sich, dass es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um Verantwortung geht. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte sich seiner Rolle im Straßenverkehr bewusst sein und entsprechend handeln. Radfahren sollte ein Vergnügen sein, nicht eine Gefahrenquelle. Und während wir über die Sicherheit nachdenken, ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und aufmerksam bleiben.

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