Ostschweiz im Ausnahmezustand: Zwischen Hitze, Ertrinkungsgefahr und dem Schicksal des Volksbades
In der Ostschweiz hat sich in den letzten Wochen einiges getan – und das sind nicht nur die hitzigen Temperaturen, die uns zum Schwitzen bringen. In den Badis ist es leider auch zu mehreren beinahe Ertrinkungsfällen gekommen, unter anderem bei einem 5-jährigen Mädchen in Niederuzwil und einem 10-jährigen Bub in Herisau. Diese Vorfälle sorgen für Besorgnis und erinnern uns daran, wie wichtig Sicherheit am Wasser ist.
Doch nicht nur die Badis stehen in der Diskussion. Die Säntisbahn hat den Halbtax-Rabatt abgeschafft, was bei vielen Pendlern und Touristen für Stirnrunzeln sorgt. Das historische St.Galler Volksbad, ein Schmuckstück aus dem Jahr 1906, steht ebenfalls auf der Kippe. Die Stadt St. Gallen plant, aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, Einsparungen vorzunehmen und denkt ernsthaft über eine Schließung des Volksbades nach. Kurioserweise könnte der Entscheid über das Schicksal dieses kulturellen Erbes bereits im November 2023 fallen, wenn das Stadtparlament die Sparmaßnahmen behandelt. Das Volksbad wird nicht umsonst als „Patient auf der Intensivstation“ bezeichnet – Stadtrat Mathias Gabathuler spricht offen über den maroden Zustand des Gebäudes.
Ein Stück Geschichte in Gefahr
Das Volksbad, ein Jugendstil-Bau, hat in den letzten 120 Jahren nur kleinere Veränderungen erfahren. Als es 1906 eröffnet wurde, war es der breite Bevölkerung zugänglich. Immerhin 18 % der Wohnungen hatten damals noch kein eigenes Bad. Die Eintrittspreise waren mit 50 Rappen für Erwachsene und 30 Rappen für Kinder recht erschwinglich – Duschen kosteten damals nur 15 Rappen! Die Besucher schätzen das Bad bis heute als einen Ort der Begegnung, und viele äußern Unverständnis über die drohende Schließung. Im Herbst 2027 soll zwar ein neues Hallenbad (Blumenwies) am Stadtrand eröffnet werden, das die doppelte Wasserfläche bietet, doch das könnte für viele die Seele des alten Volksbades nicht ersetzen.
Simon Enzler, der Appenzeller Kabarettist, hat das Abstimmungsergebnis zur 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP betrachtet und sich gefragt, wie es weitergeht. Das Stimmvolk hat die Initiative abgelehnt, während die Ostschweiz sie angenommen hätte. Eine interessante Wendung in der politischen Landschaft. Diese Diskussionen finden ihren Platz auch beim TVO-Stammtisch, wo Gaby Schmid, Hansjürg Freund und Reto Valaulta ihre Meinungen austauschen.
Wärme und kulturelle Höhepunkte
Und während die politische Landschaft brodelt, hat die extreme Hitzewelle in der Schweiz die Gemüter erhitzt. Kommunikationsexpertin Eva Nietlispach bringt das Thema auf den Punkt: Es ist heiß – sehr heiß, und das macht sich nicht nur im Alltag bemerkbar. Bei den Berghütten gibt es Probleme mit „No-Shows“, die Gäste bleiben einfach weg! Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch die kleinen Betriebe stark belasten. Doch es gibt auch Lichtblicke: Das Open Air St.Gallen steht vor der Tür und verspricht, die Herzen der Musikliebhaber höherschlagen zu lassen.
Und apropos Freude – Kult-Bäcker Pietro Cappelli wird in Bezug auf die WM erwähnt. Die Vorfreude auf die Spiele zieht sich durch alle Schichten der Bevölkerung. Man fragt sich, ob wir auch in der Hitze des Gefechts zusammenhalten können. Wer weiß, vielleicht bringt uns die WM ja wieder zusammen und lässt die Sorgen um das Volksbad ein wenig in den Hintergrund rücken.
In dieser bunten Mischung aus historischen Bauten, politischen Diskussionen und der drückenden Hitze spiegelt sich das Leben in der Ostschweiz wider. Ein bisschen Chaos, ein bisschen Melancholie, aber auch eine Menge Lebensfreude – genau das macht unsere Region so lebenswert. Doch ob wir am Ende das Volksbad oder die Säntisbahn retten können, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Ostschweiz bleibt spannend!
