In Obwalden wird derzeit ein umfassendes Hochwasserschutzprojekt für den unteren Abschnitt der Sarneraa auf die Beine gestellt. Die Obwaldner Regierung hat sich das Ziel gesetzt, diesen Bereich vor den drohenden Gefahren durch Hochwasser zu schützen. Ein Planungskredit von 1,55 Millionen Franken wird für den zweiten Teil des Wasserbauprojekts Sarneraa Alpnach beantragt. Man plant, bereits frühestens 2031 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Die Regierung betont, dass es wichtig sei, die Planung und Ausführung dieses Projekts nicht weiter hinauszuzögern. Denn nach dem Abschluss des ersten Teils, der sich am oberen Abschnitt der Sarneraa befindet, steigt die Hochwassergefahr im unteren Abschnitt erheblich.

Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen: Künftig könnte der Fluss alle zwei bis fünf Jahre über die Ufer treten, was nicht nur Räumungskosten und Ernteausfälle zur Folge hätte, sondern auch Schäden an bestehenden Bauten verursachen könnte. Der geplante Hochwasserschutz betrifft einen 1,1 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Wasserrückgabe des Kraftwerks Sarneraa und der Mündung in den Alpnachersee. Geplant sind Maßnahmen zur Erhöhung der Abflusskapazität sowie eine Revitalisierung des Wasserlaufs, die formal als Revitalisierungsprojekt gilt, da zurzeit keine unmittelbaren Risiken für Personen oder große Sachwerte bestehen.

Dringlichkeit des Hochwasserschutzes

Die Arbeiten am oberen Abschnitt der Sarneraa, die zwischen dem Stauwehr und der Wasserrückgabe des Kraftwerks verlaufen, stehen kurz vor dem Abschluss. Zudem wird im Kanton ein Hochwasserstollen zwischen Sachseln und Alpnach gebaut, der seit Mai 2025 für den Notfallbetrieb bereit ist. Diese Arbeiten am Hochwasserschutz sollen im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Die Notwendigkeit für diese Projekte wurde besonders durch die verheerenden Folgen des Unwetters von 2005 deutlich, bei dem im Sarneraatal Schäden in Höhe von 250 Millionen Franken entstanden sind.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes in Obwalden ist der Entlastungsstollen, der 6,5 Kilometer lang und unterirdisch vom Sarnersee zum Wichelsee verläuft. Dieses Bauwerk, das dem Hochwasserschutz dient, ist in der Lage, Seewasser abzuleiten, um den Seepegel zu regulieren. Der Stollen wurde bereits 2023 durchbrochen und wird voraussichtlich 2026 vollständig fertiggestellt. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf stolze 180 Millionen Franken. Interessanterweise wurde nach dem Durchschlag im März 2023 eine Planänderung vorgenommen, um einen vorzeitigen Einsatz des Stollens zu ermöglichen. Momentan kann der Stollen jedoch nur die Hälfte der künftigen Wassermenge ableiten und wird nur bei starkem Seeanstieg aktiviert.

Revitalisierung als Schlüssel zu naturnahen Gewässern

Im Kontext dieser Hochwasserschutzmaßnahmen ist auch die Revitalisierung der Gewässer von zentraler Bedeutung. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die ursprüngliche Dynamik der Flüsse und Bäche in der Schweiz wiederherzustellen und den Artenreichtum zu fördern. Viele Gewässer sind stark verbaut und in ihren natürlichen Funktionen eingeschränkt. Die Vorteile naturnaher Aufwertungen sind vielfältig: sauberes Trinkwasser, fruchtbare Böden, Hochwasserschutz, Lebensräume und Erholungsgebiete. Der WWF hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 insgesamt 2000 Kilometer Fliessgewässer zu revitalisieren und legt dabei besonderen Fokus auf ökologisch wichtige Gewässer.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Revitalisierungsprojekte sind nicht nur für die Natur von Bedeutung, sondern auch für die Bevölkerung, die von intakten Wasserlebensräumen profitiert. Diese bieten nicht nur Rückzugsorte für bedrohte Arten, sondern auch wertvolle Erholungsgebiete. Die Kantone sind verpflichtet, solche Projekte voranzutreiben, und der WWF fordert ambitionierte und ökologisch hervorragende Ansätze, um die Gewässer in der Schweiz langfristig zu schützen und zu revitalisieren.

Insgesamt zeigt sich, dass die Vorhaben zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Obwalden nicht nur dringend notwendig sind, sondern auch mit einem klaren Fokus auf die Revitalisierung der Gewässer verbunden sind. So wird nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung der Natur geleistet.