So, hier stehen wir nun im Sarneraatal, wo die Natur und die Technik aufeinandertreffen. Der Hochwasserentlastungsstollen, der seit Mai 2025 in Betrieb ist, stellt eine wichtige Maßnahme zur Hochwassersicherheit dar. Man kann sich kaum vorstellen, aber dieser Stollen kann bis zu 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abführen! Im Notbetrieb war’s bisher allerdings nur möglich, die Hälfte dieser Menge abzuleiten. Und das ist nur der Anfang!

Der Stollen zieht sich zwischen Sachseln am Sarnersee und Wichelsee bei Alpnach. Die Arbeiten am Einlaufbauwerk in Sachseln sind nun abgeschlossen, und die Öffnung für den Notbetrieb hat bereits stattgefunden. Im März wurden sogar spezielle Verschlusstore installiert, um den Wasserfluss zu regulieren. Das klingt alles ziemlich durchdacht, oder? Die Füllung des Stollens mit Wasser begann Ende Mai, während die letzten Bauarbeiten am Auslaufbauwerk noch laufen – darunter auch zwei Fußgängerstege. Man muss sich mal vorstellen, dass der Rückbau der Installationsplätze bis März 2027 vorgesehen ist. Ein ganz schöner Aufwand!

Ein umfassendes Projekt

Der Hochwasserentlastungsstollen ist nicht einfach ein isoliertes Bauwerk; es ist Teil eines umfassenden Projekts zur Hochwassersicherheit in der Region, das die Gemeinden Sarnen, Sachseln, Giswil und Alpnach einbezieht. Die Obwaldner Stimmbevölkerung hatte 2014 den ersten Kredit genehmigt, nach dem verheerenden Hochwasser von 2005, das Schäden in Höhe von 250 Millionen Franken verursacht hatte. In Summe wurden rund 179 Millionen Franken durch Zusatzkredite genehmigt – das zeigt, wie ernst man die Angelegenheit nimmt! Bund und Gemeinden teilen sich die Kosten, und der Kantonsanteil wird über eine Zwecksteuer finanziert. Ein cleverer Schachzug, um die finanziellen Lasten zu verteilen.

Die Stollenlänge beträgt stolze 6’557 Meter, und mit einem Durchmesser von 6,6 Metern hat dieses Bauwerk eine beachtliche Abflusskapazität. Das Einlaufbauwerk befindet sich im Gebiet Seehof in Sachseln, während das Auslaufbauwerk unterhalb des Wehrs am Wichelsee, in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk Sarneraa, platziert ist. Und das Beste daran? Die Regulierung des Sarnersees erfolgt nicht nur über den Stollen, sondern auch mithilfe eines neuen Schlauchwehrs im Seeauslauf. Das ist wie eine Art Sicherheitsnetz für die Region!

Ein Blick auf die Statistiken

Hochwassersicherheit wird nicht nur durch Technik, sondern auch durch fundierte Daten und Statistiken untermauert. Das eidgenössische Abflussmessnetz wird systematisch ausgewertet, um Hochwasserstatistiken zu erstellen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) verwendet dafür ein spezifisches Methodenset. Die Ergebnisse werden in zwei Stufen veröffentlicht: Zunächst gibt es Resultatblätter, die eine grobe Einschätzung der Hochwasserwahrscheinlichkeiten bieten. Die detaillierten Stationsberichte sind dann eher für die spezialisierten Hydrologie-Büros gedacht.

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In diesen Resultatblättern finden sich wichtige Informationen über jährliche Spitzenabflüsse und Hochwasserwahrscheinlichkeiten. Aber, und das ist wichtig zu wissen, sie dienen nur für grobe Einschätzungen; für konkrete Bemessungsfälle sind umfassendere Betrachtungen notwendig. Statistische Auswertungen bilden die Grundlage für viele Entscheidungen – die Natur hält sich auch nicht an unsere Pläne.

Egal wie man es dreht und wendet, die Kombination aus technischer Raffinesse und wissenschaftlicher Analyse zeigt, dass wir in der Region bereit sind, den Herausforderungen des Wassers zu begegnen. Das gibt nicht nur den Bürgern ein sicheres Gefühl, sondern ist auch ein spannendes Beispiel dafür, wie Gemeinschaft und Technik Hand in Hand gehen können. In einer Zeit, in der der Klimawandel uns immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, wird dieser Stollen zu einer Lebensader für die Region. Und darauf können wir wirklich stolz sein!