Gemeinsam gegen die Einsamkeit: Neue Wege für Menschen mit Demenz in Nidwalden
In Nidwalden, wo die Berge die Wolken umarmen und die Luft nach frischem Gras riecht, gibt es eine neue Initiative, die Hoffnung und Lebensfreude schenken möchte. Die Diagnose Demenz, die für viele ein Schatten über dem Alltag ist, verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Doch genau hier setzt die Sektion Alzheimer Obwalden/Nidwalden an. Seit fünf Jahren organisieren sie moderierte Treffen für Menschen mit Demenz, wobei der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die Krankheit. Die Teilnehmer berichten von einem Ort, an dem sie einfach sein können, ohne dass Erklärungen nötig sind.
Am 4. September startet eine neue Gruppe für Personen mit beginnender Demenzerkrankung in der Zentralschweiz. Hier dürfen die Teilnehmenden selbst bestimmen, worüber sie sprechen wollen – ein Konzept, das das Selbstwertgefühl stärkt und Lebensfreude zurückbringt. Karin Mathis und Martin Führer, zwei erfahrene Fachpersonen, leiten die Gruppe. Sie wissen, wie wichtig es ist, dass sich Menschen, die mit Demenz leben, gehört und verstanden fühlen.
Ein Platz zum Austausch
Die regelmäßigen Treffen bieten nicht nur Raum für Gespräche, sondern auch für den Austausch von Erfahrungen. Ein traditioneller Sommerausflug wird organisiert, um einen ungezwungenen Austausch mit Partnern zu ermöglichen. Das Gefühl der Gemeinschaft ist hier essenziell – man ist nicht allein. Zudem gibt es eine Angehörigengruppe, in der Familienmitglieder ihre Sorgen und Erfahrungen teilen können. Unterstützung und Beratung sind in jeder Phase der Erkrankung erreichbar, die Organisation bietet professionelle, vertrauliche Hilfe an. Weitere Informationen sind auf der Website www.alz.ch/ow-nw oder telefonisch unter 041 660 33 59 erhältlich.
Das Engagement von Alzheimer Obwalden/Nidwalden geht jedoch über die Treffen hinaus. Sie bieten Beratung, Unterstützung und Schulung für Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige an. Es ist ein ehrliches Bestreben, das Verständnis für die speziellen Bedürfnisse der Betroffenen zu fördern. Die Organisation setzt sich dafür ein, die Würde von Menschen mit Demenz zu schützen und ihre Interessen gegenüber Öffentlichkeit und Politik zu vertreten – ein Vorhaben, das in unserer Gesellschaft mehr denn je notwendig ist.
Ein Blick auf Demenz
Demenz ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die die geistigen Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken, Sprache und Orientierung beeinträchtigen. Die häufigste Form ist Alzheimer, gefolgt von vaskulärer Demenz und anderen Typen. In der Schweiz leben über 160.000 Menschen mit Demenz, und alle 15 Minuten erkrankt jemand neu an dieser herausfordernden Krankheit. Anzeichen sollten ernst genommen werden; eine ärztliche Abklärung ist ratsam, wenn Veränderungen länger bestehen oder zunehmen. Frühzeitige Unterstützung und ein strukturierter Alltag können die Lebensqualität erheblich verbessern.
Für viele Betroffene und deren Familien ist es wichtig zu wissen, dass sie nicht allein sind. Beratungsstellen, Betreuungs- und Entlastungsdienste stehen bereit, um Hilfe anzubieten. Die Organisation Dovida beispielsweise hat sich auf die Demenzbetreuung spezialisiert und bietet einen kostenlosen Beratungsservice an. Es ist ein Lichtblick in einer oft düsteren Zeit.
