Schulabgänger zwischen Druck und Chancen: Die Berufswahl in Obwalden und Nidwalden
Die Schulzeit ist vorbei – für 375 Jugendliche in Obwalden und 389 in Nidwalden, die nun auf der Suche nach ihrem Platz in der Berufswelt sind. Das klingt nach einer aufregenden, aber auch herausfordernden Zeit. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen, die die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben, leicht gesunken. In Obwalden waren es 408, in Nidwalden 405 – nichts Dramatisches, aber doch ein kleiner Rückgang.
Die gute Nachricht? Die Anschlusslösungen stehen mehr oder weniger bereit. Über 99 Prozent der Jugendlichen aus beiden Kantonen haben Pläne für die Zeit nach der Schule. In Obwalden sind es 99.8 und in Nidwalden 99.2 Prozent. Das zeigt, wie gut die Vorbereitung auf die berufliche Zukunft funktioniert. Rund zwei Drittel der Schulabgänger starten im August mit einer 2-, 3- oder 4-jährigen beruflichen Grundbildung. Das sind erfreuliche Zahlen!
Berufswahl und Lehrstellen
Die Mehrheit der Jugendlichen findet eine Lehrstelle im eigenen Kanton. In Obwalden sind es 71.5 Prozent, in Nidwalden 68 Prozent. Dabei stehen den jungen Leuten viele Wege offen – in Obwalden starten sie in 60, in Nidwalden in 70 verschiedenen Berufen. Es ist spannend zu sehen, dass Schulabgängerinnen in Nidwalden aus 32 Berufen wählen können, während Schulabgänger 56 Berufe zur Auswahl haben. In Obwalden sieht das Bild ähnlich aus: 39 Berufe für Frauen und 43 für Männer.
Die häufigsten Lehrstellen sind nach wie vor die kaufmännische Lehre, gefolgt von Berufen im Gesundheitswesen und handwerklichen Tätigkeiten. In Nidwalden wurden 81 neue Verträge für die KV-Lehre abgeschlossen, das sind zwei Drittel Frauen. Auch die handwerklichen Berufe sind weiterhin beliebt – in Obwalden beginnen sieben neue Schreiner ihre Ausbildung. Aber auch weniger bekannte Berufe, wie Mediamatikerin oder Architekturmodellbauer, finden ihren Platz.
Druck und Herausforderungen
Doch nicht alles läuft glatt. Ein Drittel der Jugendlichen verspürt großen bis sehr großen Druck bei der Berufswahl und der Lehrstellensuche. Etwa die Hälfte gibt an, moderaten Druck zu empfinden. Das ist schon eine Menge Stress für die jungen Leute! Obwohl weniger als 10 Prozent ein Zwischenjahr einlegen – in Obwalden sind es 8.3 und in Nidwalden 9.8 Prozent – haben einige noch keinen Plan, wie es nach dem Sommer weitergeht. In Obwalden ist es nur einer, in Nidwalden drei. Das lässt hoffen, dass sie bald eine zündende Idee haben werden.
Ein weiterer Punkt ist der Übertritt in weiterführende Schulen. Rund ein Fünftel der Schulabgänger entscheidet sich dafür, wobei der größte Teil in die kantonale Mittelschule wechselt. In Nidwalden sind es etwa 60 Prozent weibliche Jugendliche, die diesen Schritt wagen. In Obwalden sind es 19 Prozent, die sich für eine weiterführende Schule entscheiden.
Der Lehrstellenmarkt und seine Herausforderungen
Der Lehrstellenmarkt ist jedoch nicht nur von den Jugendlichen, sondern auch stark von den Unternehmen abhängig. Diese sichern sich durch attraktive Berufsperspektiven ihren Nachwuchs an gut qualifizierten Fachkräften. Die Verfügbarkeit von Lehrstellen hängt von vielen Faktoren ab, darunter das Interesse der Unternehmen, zukunftsfähige Ausbildungsplätze anzubieten. Auch die konjunkturellen Schwankungen und strukturellen Veränderungen haben großen Einfluss auf die Situation.
Es gibt eine Auswahl von rund 250 beruflichen Grundbildungen, die die Jugendlichen in Betracht ziehen können – eine beachtliche Zahl! Die kantonalen Berufsbildungsämter spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie den Kontakt zu Unternehmen pflegen und das Lehrstellenangebot in ihren Regionen im Blick behalten.
Die Schulenderhebung 2023 zeigt also nicht nur die Herausforderungen auf, sondern auch die vielen Möglichkeiten, die den Jugendlichen in Obwalden und Nidwalden offenstehen. Die Frage bleibt, ob sie die für sie passende Lehrstelle finden werden – die Zeit wird es zeigen.
