In der letzten Juniwoche 2023 hat die Schweiz einen besorgniserregenden Anstieg der Sterblichkeit unter Seniorinnen und Senioren erlebt. Laut dem Bundesamt für Statistik (BfS) starben in der Zeit vom 22. bis 28. Juni 175 mehr Personen über 65 Jahre als erwartet. Das entspricht einer Übersterblichkeit von 16 Prozent. Vor allem in den Regionen rund um den Genfersee – also Genf, Waadt und Wallis – waren die Auswirkungen besonders gravierend, mit 44 zusätzlichen Todesfällen und einer Übersterblichkeit von 23 Prozent. In der Nordwestschweiz, zu der auch Basel gehört, blieb die Übersterblichkeit im Durchschnitt. Dennoch ist das kein Grund zur Entwarnung, denn die Zahlen sind vorläufig und könnten noch steigen, wenn man die Verzögerungen bei den Meldungen und die zeitverzögerten Auswirkungen der Hitze betrachtet.

In der Espace Mittelland, die die Kantone Bern, Neuenburg, Jura, Solothurn und Freiburg umfasst, lag die Übersterblichkeit bei 22 Prozent. Während in Zürich und der Ostschweiz keine signifikante Zunahme an Todesfällen zu verzeichnen war, starben in der Zentralschweiz 123 Senioren, was zwar über dem Durchschnitt liegt, aber innerhalb der statistischen Toleranz bleibt. Auch im Tessin wurden 63 hitzebedingte Todesfälle registriert, ebenfalls innerhalb der statistischen Toleranz. Das Monitoring der hitzebedingten Todesfälle für 2026 wird in Zukunft noch weitere Erklärungen liefern, wenn Sterbe- und Temperaturdaten ausgewertet werden.

Hitze als Gesundheitsrisiko

Hitzeperioden sind nicht nur ein Phänomen, das die Schweiz betrifft. In Deutschland beobachten wir ähnliche Trends: Während der letzten Jahre sind die hitzebedingten Sterbefälle angestiegen. Ein Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass hitzebedingte Mortalität von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter auch Vorerkrankungen. Ab einer Wochenmitteltemperatur von etwa 20°C ist ein Anstieg der Gesamtmortalität zu verzeichnen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, vor allem ab 75 Jahren. Es ist kein Geheimnis, dass mehr Frauen als Männer unter der Hitze leiden, was sich aus dem höheren Frauenanteil in den älteren Altersgruppen ergibt. Komischerweise scheinen die Zahlen in den Jahren 2018 und 2019 am höchsten gewesen zu sein, mit über 7.000 hitzebedingten Todesfällen.

Das Monitoring der hitzebedingten Mortalität in Deutschland erfolgt parallel zu den Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Man sieht also, dass die Hitze nicht nur in der Schweiz ein Problem darstellt, sondern auch in unseren Nachbarländern. Die aktuellen Berichte über die hitzebedingte Mortalität werden während des Sommers 2026 wöchentlich aktualisiert. Dabei werden die Schätzungen der hitzebedingten Sterbefälle mit einem gewissen Verzug veröffentlicht. Das RKI hat vor, die Daten für die Kalenderwochen 15 bis 26/2026 zu schätzen und somit ein umfassenderes Bild der Situation zu bieten.

Folgen des Klimawandels

Die hitzebedingte Mortalität ist nur ein Teil des größeren Bildes, das durch den Klimawandel gezeichnet wird. Eine Studie zur hitzebedingten Mortalität in Deutschland zwischen 1992 und 2021 hat gezeigt, dass extreme Wetterereignisse, insbesondere Hitzewellen, immer häufiger auftreten. Diese Veränderungen haben nicht nur physische, sondern auch psychische Folgen für die Bevölkerung. Es ist ein ernstes Thema, das in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt ist. Die Gesundheitsrisiken durch Hitze sind enorm und erfordern dringende Aufmerksamkeit.

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Die Welt wird wärmer, und die Auswirkungen sind spürbar. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu verstehen, wie wir mit diesen Herausforderungen umgehen können. Es bleibt zu hoffen, dass die gesammelten Daten aus der Schweiz und Deutschland dabei helfen, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit unserer älteren Mitbürger zu schützen. Denn eines steht fest: Hitze ist kein harmloses Wetterphänomen, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko.