In Luzern hat sich einiges getan! Der Mieterverband Luzern hat am Dienstag, dem 7. Juni 2026, die Luzerner Wohnschutzinitiative mit 1523 gültigen Unterschriften eingereicht. Ein starkes Zeichen, könnte man sagen, denn die Initiative hat das klare Ziel, der Mieterschaft in der Stadt einen besseren Schutz vor steigenden Mieten und übermäßigen Rendite-getriebenen Sanierungen zu bieten. Der Druck auf preisgünstigen Wohnraum ist spürbar, und die Menschen in den Innenstadtquartieren haben sich zusammengeschlossen, um für ihre Rechte zu kämpfen.
Die Initiative basiert auf einem Bevölkerungsantrag aus dem Jahr 2023, der mit dem Titel „Preisgünstiger Wohnraum muss erhalten bleiben“ viel Aufsehen erregte. Der Grosse Stadtrat hatte damals die Umsetzung abgelehnt, was die Wogen höher schlagen ließ. Die Stadtratsmehrheit scheint nicht auf der Seite der betroffenen Menschen zu stehen, so äußerte es Daniel Gähwiler, Co-Geschäftsleiter des Mieterverbands. Es wird deutlich, dass die Ängste der Mieterinnen und Mieter, vor allem der Familien, Alleinerziehenden und Senior:innen, ernst genommen werden müssen.
Die Forderungen der Initiative
Die Luzerner Wohnschutzinitiative fordert strengere Regeln gegen den Verlust von bezahlbarem Wohnraum. Diese sollen während maximal acht Jahren gelten, bis die neue Wohnpolitik der Stadt ihre Wirkung entfaltet. Ein entscheidender Punkt ist, dass die vorgeschlagene Unterstellung unter das Gesetz über die Erhaltung von Wohnraum (GEW) den Abbruch, Umbau oder die Zweckänderung von preisgünstigem Wohnraum bewilligungspflichtig machen würde. Dass diese Empfehlung von der Mehrheit des Grossen Stadtrats abgelehnt wurde, lässt aufhorchen.
Immer wieder wird die Annahme kritisiert, dass Rendite zu mehr Wohnungen führt. Mario Stübi, Präsident des Mieterverbands, hat sich klar gegen diese Sichtweise ausgesprochen. Er ist sich sicher, dass der Schutz von preisgünstigem Wohnraum nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist. Es gibt bereits zahlreiche Unterstützer, wie die Petition „Rendite-Kündigungen jetzt stoppen!“, die mit über 1’000 Unterschriften deutlich zeigt, dass das Thema den Leuten am Herzen liegt.
Ein Blick über den Tellerrand
In der ganzen Schweiz, und nicht nur in Luzern, sind die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt enorm. In vielen Ballungsräumen haben die Menschen Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Oftmals tragen unklare Regelungen zur Mietpreisbremse zu diesen Problemen bei. Die Bundesregierung plant daher eine Gesetzesänderung, um den Mieterschutz zu verbessern. Ein Beispiel gefällig? Künftig sollen jährliche Indexsteigerungen über drei Prozent nur zur Hälfte mieterhöhend berücksichtigt werden. Klingt nach einem Schritt in die richtige Richtung, oder?
Darüber hinaus wird auch die Vermietung von möblierten Wohnungen klarer geregelt. Ein Zuschlag für Möbel muss gesondert aufgeführt werden, und dieser darf maximal zehn Prozent der Nettokaltmiete betragen. Solche Regelungen könnten auch in Luzern von Bedeutung sein, um den Mietern ein bisschen mehr Sicherheit zu geben.
Die Welle der Unterstützung für die Luzerner Wohnschutzinitiative zeigt, dass der Wille da ist, etwas zu verändern. Die Menschen sind bereit, für ihre Rechte einzustehen und gemeinsam für ein faires Wohnen zu kämpfen. Bleibt zu hoffen, dass die Stimmen der Mieterschaft gehört werden und die Politik endlich umschwenkt. Es ist an der Zeit, dass den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern Gehör geschenkt wird.