CityLink Luzern: Seilbahnprojekt zwischen Hoffnung und Realität
In Luzern brodelt es – und das nicht nur wegen der berühmten Reuss, die munter durch die Stadt plätschert. Die Diskussion um das private Projekt «CityLink» bringt frischen Wind in die politischen Gemüter. Nachdem der Stadtrat das Vorhaben ausgiebig unter die Lupe genommen hat, steht nun eine klare Empfehlung zur Ablehnung im Raum. Man könnte sagen, die Stadt hat sich entschieden, die Pläne für eine Seilbahnverbindung vom Ibach in die Altstadt über das Friedental und mit einem Tunnel zu begraben. Der Grund? Die versprochenen Vorteile scheinen nicht nur unrealistisch, sondern auch von Risiken durchzogen, die niemand wirklich eingehen möchte. Es ist irgendwie symptomatisch für die Zeit, in der wir leben: Was einst als Lösung für den Reisebusverkehr in der Innenstadt gedacht war, wird nun als wenig sinnvoll erachtet.
Im Juni 2025 wurde die Volksinitiative «CityLink Luzern – für eine Stadt der kurzen Wege und die Lösung der Reisebusparkierung» eingereicht. Der Stadtrat hat die Realität nicht aus den Augen verloren und verfolgt weiterhin die bestehende Tourismus- und Mobilitätsstrategie. Diese Strategie hat bereits Früchte getragen: Ein neues Reisebusregime, das im Frühling 2025 eingeführt wurde, hat zu einem bemerkenswerten Rückgang der Reisebusse in der Innenstadt geführt. Am Schwanenplatz gab es einen Rückgang von 56 Prozent – das ist doch schon mal ein Wort! Aber wie so oft im Leben, ist der Erfolg zwiespältig. CityLink basiert auf einer Nachfrage, die vor der Coronakrise blühte, heute jedoch eher schüchtern daherkommt. Die bestehenden Reisebusparkplätze sind nicht einmal voll ausgelastet, sodass die Stadt eine Reduktion der Reisebusbewegungen anstrebt.
Risiken und Herausforderungen
Der Stadtrat sieht in den Plänen für CityLink nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine finanzielle Gefahr. Schließlich könnte die Stadt auf jährliche Einnahmen von rund 1,8 Millionen Franken aus Halte- und Parkierungsgebühren verzichten, wenn das Projekt in die Tat umgesetzt wird. Ohne eine Wirtschaftlichkeitsanalyse, die die Vorzüge des Projekts untermauert, bleibt unklar, wie die Stadt die Infrastruktur und Betriebskosten stemmen könnte. Und dann wäre da noch das Plangenehmigungsverfahren. Die Bewilligungsfähigkeit der Seilbahn ist komplex und könnte den Projektverlauf erheblich verlängern. Ein Bericht und Antrag sollen voraussichtlich am 17. September 2026 im Grossen Stadtrat beraten werden, bevor die Stimmbevölkerung im Februar 2027 darüber entscheiden soll. Man muss sich fragen, ob es da nicht einfach andere Lösungen gibt, die schneller und effizienter umzusetzen sind.
Was die Diskussion um urbane Seilbahnen angeht, gibt es auch auf internationaler Ebene einige interessante Entwicklungen. Der Bundesminister für Verkehr in Deutschland hat einen Leitfaden veröffentlicht, der Kommunen und Verkehrsunternehmen bei urbanen Seilbahnprojekten unterstützen soll. Ziel ist es, Seilbahnen als nachhaltiges Mobilitätsangebot zu fördern. Wenn man sich die Vorteile anschaut – klimafreundlich, schnell realisierbar, platzsparend – fragt man sich schon, warum Luzern nicht einfach einen anderen Ansatz wählt. Seilbahnen können verkehrliche Lücken schließen und bestehende ÖPNV-Systeme ergänzen, ohne dabei auf Fahrpläne angewiesen zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Luzern die Zeichen der Zeit erkennen und vielleicht eines Tages doch einen anderen Weg einschlagen.
