Heute, am 17. Juli 2026, hat der Natur- und Vogelschutzverein (NVV) Gipf-Oberfrick eine ganz besondere Vereinsreise organisiert: Auf den Spuren der Wisente im Naturpark Thal. Die Reise führt uns in den wunderschönen Solothurner Jura, wo wir nicht nur atemberaubende Landschaften genießen, sondern auch spannende Einblicke in ein bemerkenswertes Wiederansiedlungsprojekt erhalten.

Die Anreise erfolgt mit dem Car über Liestal und die Oberen Hauenstein-Passstraße, die uns auf 734 Meter über Meer bringt. Ein Kaffeestopp in Balsthal ist natürlich Pflicht – schließlich braucht man auch mal eine kleine Stärkung, bevor die Erkundungstour losgeht! Und dann geht’s auch schon los in den Naturpark Thal, wo die Wisente, die einst in der Schweiz ausgerottet wurden, ein neues Zuhause finden sollen.

Ein Blick in die Welt der Wisente

Das Hauptprogramm des Tages ist eine Führung durch den Naturpark, die uns alles über die Wisente und das dazugehörige Wiederansiedlungsprojekt verrät. Wusstest du, dass Wisente bis zu 60 km/h schnell werden können? Das ist zwar beeindruckend, aber sie wirken ganz gelassen, solange sie nicht gestört werden. Mit 13 Tieren besteht der aktuelle Wisentherd, der eine wichtige Rolle im Ökosystem spielt. Wisente fressen viel Laub, halten Waldränder offen und sorgen dafür, dass Lichtungen entstehen, die wiederum anderen Pflanzen- und Tierarten zugutekommen. Ihr dichtes Fell trägt zur Verbreitung von Samen bei – ein echtes Multitalent, dieser Wisent!

Ein ganz besonderes Highlight der Führung ist die Suche nach Wisenten im Gelände. Dabei lernen wir, die Tiere durch ihren Geruch zu erkennen und haben die Chance, einen Schwanz zu sichten – ein spannendes Erlebnis, das die Naturverbundenheit fördert. Nach all der Aufregung ist ein gemeinsames Mittagessen im Gasthof Reh in Herbetswil genau das Richtige, um neue Energie zu tanken.

Die Rückkehr der Wisente im Jura

Aber was steckt eigentlich hinter dem Wiederansiedlungsprojekt? Der Verein Wisent im Thal hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Möglichkeit einer Rückkehr dieser majestätischen Tiere zu untersuchen. Eine Testherde aus fünf erwachsenen Wisenten wurde bereits in ein Eingewöhnungsgehege gebracht. Die Wisente sollen für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden – eine spannende Herausforderung in einem dicht besiedelten Land wie der Schweiz. Die ersten Tiere, die im September 2022 nach Welschenrohr kamen, sind mittlerweile Teil eines größeren Projekts, das wissenschaftlich begleitet wird, um den Einfluss der Wisente auf die Vegetation und andere Wildtiere zu untersuchen.

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Die Führungen sind über den Naturpark Thal buchbar, und um zum Wisentgehege zu gelangen, muss man einen kurzen Fußweg entlang des Bachlaufs einplanen. Parkmöglichkeiten befinden sich an der Dünnernstrasse, neben der Turnhalle von Welschenrohr. Nach der Führung gibt es in Waldenburg noch einen Halt für Kaffee und Glace – ein perfekter Abschluss für einen erfüllten Tag in der Natur.

Ein Ausblick in die Zukunft

Für den Naturpark Thal und das Wisent-Projekt gibt es große Pläne. Die Projektlaufzeit wird auf rund vier Jahre geschätzt, und es wird bereits an der nächsten Erweiterung des Geheges gearbeitet. Eine Erweiterung von 50 auf 100 Hektar soll bis September 2023 realisiert werden. Fünf Wisent-Kälber wurden bereits geboren, was ein Zeichen dafür ist, dass sich die Tiere wohlfühlen und sich in ihrem neuen Lebensraum ansiedeln. Der Einfluss der Wisente auf die Artenvielfalt wird weiterhin erforscht. Eine Studie aus Dänemark zeigt bereits, dass Wisente die Artenvielfalt der Krautvegetation erhöhen können.

Wir kehren müde, aber zufrieden von dieser faszinierenden Reise zurück, mit dem Wunsch, den Naturpark Thal bald wieder zu besuchen. Die Rückkehr der Wisente in den Jura ist ein bedeutender Schritt für den Naturschutz und die Biodiversität in der Region. Vielleicht können wir schon bald die Wisente in Halbfreiheit erleben, wenn die Ergebnisse des Projekts positiv ausfallen. Ein großes Abenteuer, das erst am Anfang steht!