Am 22. April 2026 war es soweit – die jurassische Kantonalversammlung in Saignelégier wählte Salvatore Mauro zum neuen Präsidenten. Er tritt damit in die Fußstapfen von Pascal Dominé, der ein ganzes Jahrzehnt an der Spitze stand. Dominé wird aber nicht ganz von der Bildfläche verschwinden: Bis Ende 2026 bleibt er im Amt und wird danach weiterhin im Vorstand mitwirken. In seiner letzten Ansprache hob er die Bedeutung der artisanalen Bäckerei-Konditorei-Confiserie hervor – ein Bereich, der von den Menschen und ihrer Leidenschaft lebt.
28 Mitglieder und Gäste fanden sich zur Delegiertenversammlung ein, was zeigt, dass das Interesse an der Branche ungebrochen ist. Nicolas Hänggi, der nach vier Jahren als Rechnungsrevisionsleiter ausscheidet, übergibt das Zepter an Fabien Jobé, während Aurélien Prêtre als neuer zweiter Rechnungsrevisor ernannt wurde. Ein bisschen frischer Wind kann ja nicht schaden! Und auch auf die Mitgliederzahlen kann man stolz sein: Mel Feuille Sàrl aus Rossemaison und La Parisienne aus Sonvilier wurden ohne Diskussion neu aufgenommen. Außerdem wird Michel Daetwiler nun als „membre ami“ (Passivmitglied) geführt – eine schöne Geste!
Die Ausbildung im Fokus
Ein besonders erfreuliches Zeichen der Zeit: Im zweiten Lehrjahr gibt es erstmals ausschließlich weibliche Lernende! Ganze sieben Frauen, darunter drei Konditor-Confiseurinnen und vier Bäcker-Konditorinnen, zeigen eindrucksvoll, dass die Zukunft der Branche weiblich ist. Für den Ausbildungsstart im Herbst sind jedoch nur drei Lernende angemeldet – hier gibt es offenbar noch Potenzial nach oben! Im dritten Lehrjahr sind fünf in der Bäckerei-Konditorei und ein Lernender in der Konditorei-Confiserie aktiv. Im vergangenen Jahr schafften es sechs Lernende der Bäckerei-Konditorei und zwei in der Konditorei-Confiserie, das Qualifikationsverfahren EFZ erfolgreich zu bestehen. Ein Kandidat, der in letzter Minute scheiterte, wird es dieses Jahr erneut versuchen – auf geht’s!
Die Rechnung für 2025 mit einem Überschuss von CHF 7120 wurde von den Mitgliedern angenommen, während das Budget für 2026 ein prognostiziertes Defizit von CHF 4650 aufzeigt. Die Ansätze für 2027 beinhalten einen Beitrag an die Bildung von 0,2 % sowie einen Mitgliederbeitrag von 0,1 % des Lohnsummenbeitrags. Jean-François Leuenberger berichtete über die Strategie 2030 und den Gesamtarbeitsvertrag, während Gérard Fornerod die Dienstleistungen des Westschweizer Regionalverbandes in den Vordergrund stellte. Eric Bürki, der Vizedirektor der Berufsschule im Kanton Jura, ermutigte die Mitglieder, die Berufe ins Rampenlicht zu rücken – ein Appell, der sicher bei vielen Anklang fand.
Ein Blick über den Tellerrand
Aber nicht nur in der Bäckerei-Branche gibt es Veränderungen. Eine Studie des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation zeigt, dass die Anzahl der Studierenden in den Bereichen Architektur, Bauwesen und Geomatik stagniert. Grund dafür sind unter anderem starke Konkurrenz und veraltete Vorstellungen – der Fachkräftemangel wird besonders im Bauingenieurwesen spürbar. Es sind Anpassungen der Curricula geplant, um die Attraktivität dieser Berufe zu steigern. Auch wenn das nicht direkt mit der Bäckerei-Konditorei-Confiserie zu tun hat, zeigt es doch, wie wichtig es ist, Berufe in den Vordergrund zu rücken und für die nächsten Generationen spannend zu halten.
Insgesamt bleibt es spannend im Jura – die Veränderungen und Entwicklungen innerhalb der Branche zeigen, dass man hier den Blick für die Zukunft nicht verloren hat. Ein bisschen Wehmut wird immer dabei sein, aber die Begeisterung für das Handwerk und die Kreativität, die es mit sich bringt, überwiegt. Und wer weiß, vielleicht wird man bald schon die ersten Produkte der neuen, motivierten Lernenden verkosten können – darauf darf man gespannt sein!