Heute ist der 11.06.2026 und die Tierwelt in unserem schönen Eschenbergwald in Winterthur sorgt für Aufregung! Wer hätte gedacht, dass in diesem riesigen Waldgebiet mit rund 835 Hektar, das größte im Kanton Zürich, ein Luchs in eine Fotofalle tappt? Das erste Mal, dass ein solches Tier in freier Wildbahn hier gesichtet wurde! Die Entdeckung wurde von der jungen Jagdauszubildenden Petra Heussi gemacht, nachdem ein Forstarbeiter ein totes Reh mit seltsamen Verletzungen entdeckt hatte. Ein ganz normaler Ablauf, wenn der Verdacht auf einen Luchs besteht. Heussi und zwei weitere Jäger errichteten die Fotofalle – das gehört zur Routine. Und voilà, das Abenteuer begann!
Die Vorbereitungen waren sorgfältig. Kadaver wurden präpariert und sicher am Boden befestigt, damit der Luchs nichts wegschleppen kann. Laut Harry Kohler, dem Obmann der Jagdgesellschaft, ist es in der Schweiz nicht alltäglich, dass ein Luchs so perfekt in eine Fotofalle läuft. Die Freude darüber ist groß, denn es gibt schon lange den Verdacht, dass Luchse im Eschenbergwald leben, besonders in der Zeit, wenn die Luchs-Damen im nahen Tierpark Bruderhaus paarungsbereit sind. Doch ein Beweisfoto fehlte bislang. Und jetzt – endlich! Diese Sichtung ist ein echter Glücksfall für die Jagdgesellschaft, die sich über das Zeichen einer gesunden Biodiversität und Artenvielfalt im Wald freut.
Ein Blick auf den Eschenbergwald
Der Eschenbergwald ist nicht nur ein Rückzugsort für Wildtiere, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel für die Menschen. Der Wildpark Bruderhaus, die Sternwarte und der Eschenbergturm sind nur einige der Attraktionen, die diesen Ort so besonders machen. Man kann hier zum Beispiel wunderbar spazieren gehen, die Natur genießen und das Gezwitscher der Vögel hören. Aber: Achtung! Von 1. April bis 31. Juli gibt’s eine Leinenpflicht für Hunde im Wald und bis zu 50 Meter außerhalb, denn das ist Brut- und Setzzeit. Ein respektvolles Verhalten im Wald ist wichtig – also bleibt auf den Wegen und vermeidet nachts Lärm.
Die Jagdgesellschaft Winterthur Eschenberg (JGWE) kümmert sich um die nachhaltige Regulierung der Wildtiere im Eschenberg. Sie sorgt dafür, dass die Lebensräume der Tiere gefördert werden und dass die verschiedenen Arten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander leben. Dabei spielt die Jagd eine zentrale Rolle. Sie passt den Wildbestand an die Lebensräume an und berücksichtigt ebenso die Forst- und Landwirtschaft sowie die Freizeitnutzung. Ein gut funktionierendes Ökosystem ist das Ziel, und die Jagdgesellschaft setzt sich dafür ein, dass verletzte oder kranke Wildtiere, auch nach Verkehrsunfällen, versorgt werden.
Insgesamt leben in der Schweiz rund 360 freilaufende Luchse, hauptsächlich in den Alpen und im Jura. In der Nordostschweiz sind sie vereinzelt anzutreffen. Das macht die Sichtung im Eschenbergwald umso spannender und zeigt, wie wichtig es ist, die Lebensräume dieser majestätischen Tiere zu schützen. Der Luchs ist ein Symbol für die intakte Natur und die Biodiversität, die wir bewahren müssen.