Die Weinberge in Burgund und der Franche-Comté haben in den letzten Wochen eine rasante Blüte durchlebt. Ende Mai und Anfang Juni, als die Temperaturen in der 22. Kalenderwoche kräftig anstiegen, ging es den Reben so richtig gut. Man könnte sagen, sie haben das Sommerfeeling schon jetzt für sich entdeckt! Doch trotz dieser positiven Entwicklung steht der Absatz von Burgunder-Rotweinen unter Druck. Laut einem aktuellen Marktbericht der DRAAF Bourgogne-Franche-Comté hat sich der Kellerabgang im März um 6 % verringert – und das im Vergleich zu einer bereits schwächelnden vorherigen Kampagne.

Die Situation ist vielschichtig. Während die Blüte in vielen Parzellen bereits abgeschlossen ist und nun der Fokus auf dem Fruchtansatz liegt, zeigt sich der Gesundheitszustand der Weinberge insgesamt als zufriedenstellend. Es gibt zwar einige begrenzte Anzeichen von Falschem Mehltau in der Côte Chalonnaise und Mâconnais, doch das Entwicklungstempo variiert stark je nach Region. Während im Jura die Reben noch mitten in der Blüte sind, haben die frühesten Parzellen in Yonne, Côte-d’Or und Saône-et-Loire bereits das Stadium der „erbsengroßen Beere“ erreicht. Die Ernte 2026 entwickelt sich nach einem schnellen Frühjahrsschub – das stimmt hoffnungsvoll.

Export und Markttrends

Die Exportzahlen zeigen jedoch ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Exporte von Burgunderwein um 4,6 %, was den Wert um 2,7 % ankurbelte. Interessanterweise gingen die Exporte von Rotwein um 2,8 % zurück, während die Burgunder-Appellationen sich als robust erwiesen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Qualität der Weine, trotz der Schwierigkeiten, immer noch geschätzt wird. In den ersten acht Monaten des Jahres 2025 stieg der Absatz im Einzelhandel sogar um 0,7 % in Menge und um 0,4 % im Wert – Burgunderweine schneiden hier also besser ab als viele ihrer Kollegen aus der Region.

Das Bourgogne Committee stellte am 6. Oktober in Beaune fest, dass die Ernte 2024 mit über 1,2 Millionen Hektolitern zwar das zweitniedrigste Produktionsvolumen der letzten fünfzehn Jahre erreichte, jedoch die Qualität der Trauben als ausgezeichnet beschrieben wurde. François Labet, Co-Präsident des Bourgogne-Komitees, betonte das Potenzial der Weine – ein Lichtblick inmitten der Herausforderungen. Der kanadische Markt zeigt sich als wichtiger Wachstumsmotor, während die USA, trotz Unsicherheiten durch neue Zölle von 15 %, nach wie vor der größte Exportmarkt bleiben.

Herausforderungen und Chancen

Trotz der positiven Nachrichten gibt es viele Herausforderungen. Der Rückgang des Stillweinkonsums, insbesondere bei Rotweinen, ist nicht zu ignorieren. Die Verkäufe in Supermärkten fielen im ersten Quartal 2026 um 3 %, wobei 40 % des Rückgangs auf französische AOC-Weine entfielen. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten gab es ein Minus von 27 Millionen Flaschen. So schnell kann es gehen – von einem Hoch zum Tief, und das in einer Branche, die ohnehin schon anfällig für Launen der Natur und des Marktes ist.

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Die Wetterbedingungen haben auch andere Agrarsektoren in Bourgogne-Franche-Comté beeinflusst. Wintergerste wird etwa eine Woche früher geerntet, und die Ertragserwartungen sind mit 61 Dezitonnen pro Hektar als gut beschrieben. Rapsanbauflächen für die Kampagne 2026 werden auf 153.700 Hektar geschätzt – das sind 34 % über dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Milchanlieferungen stiegen im März um 6,3 %, aber der Preis für konventionelle Milch fiel um 7,2 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Burgunder-Weinerzeuger erleben also eine Zeit der gesunden Rebenentwicklung, während der Absatz von Rotweinen schwächelt. Ein ständiges Auf und Ab, das die Landwirte und Winzer auf Trab hält – und vielleicht auch eine kleine Prise Nervenkitzel mit sich bringt. Ehrlich gesagt, das macht die Weinbranche so spannend! Mal sehen, wie sich die kommenden Monate entwickeln und ob die Burgunder es schaffen, ihre Position auf dem Markt weiter zu festigen. Der Wein – ein gutes Stück Lebensfreude und immer wieder eine neue Herausforderung!