Im Herzen des Jurassischen Kulturlebens tut sich was! Der Bernjurassische Rat hat ein neues Kulturförderungskonzept vorgestellt, das frischen Wind in die Szene bringen soll. Dabei stehen vor allem Projekte und Großveranstaltungen mit überregionaler Bedeutung im Fokus. Das Ziel? Veranstaltungsorte wie die Klosterkirche Bellelay zu stärken und damit nicht nur die kulturelle Landschaft, sondern auch den Tourismus und die Wirtschaft im schönen Grand Chasseral zu fördern. Virginie Heyer, die Vorsitzende des Kulturausschusses von der FDP, unterstreicht die Wichtigkeit einer fortlaufenden kulturellen Dynamik, die nicht an den vierjährigen Legislaturperioden hängen bleiben sollte. Ein mutiger Schritt, der auf eine langfristige Vision abzielt!

Mit einem jährlichen Budget von rund drei Millionen Franken für Subventionsgesuche soll die kulturelle Vielfalt im Berner Jura gefördert werden. Der Rat, bestehend aus 24 vom Volk gewählten Mitgliedern, hat durch ein Sonderstatut spezielle Befugnisse erhalten, um die Interessen der frankophonen Minderheit im Kanton zu schützen. Gleichwohl sieht es in der Kulturlandschaft nicht rosig aus: Mit dem Kantonswechsel von Moutier wurde das Budget gekürzt und die Zahl der Kulturinstitutionen sinkt. Das ist ein echter Dämpfer für die kreativen Köpfe der Region. Wenn man bedenkt, dass das Budget proportional zur Bevölkerungszahl berechnet wird, könnte man fast meinen, dass hier die kulturelle Vielfalt auf dem Spiel steht.

Kultur und Landschaft im Dialog

Passend dazu steht der 4. Schweizer Landschaftskongress vor der Tür, der am 5. und 6. September in Tramelan und Bellelay stattfindet. Unter dem Thema „Zukunftslandschaften“ treffen sich Fachleute aus verschiedenen Disziplinen im Parc Chasseral. Die Schwerpunkte dieser Veranstaltung? Bewahrung der Lebensraumqualität, regional vielfältige Raumentwicklung und kontextgerechte Architektur. Mit über 100 Kongressbeiträgen und 23 Exkursionen ist der Austausch zwischen Gestaltern, Naturschützern, Politikern und Wirtschaftstreibenden garantiert. Ein echtes Schaulaufen, das die Zukunft unserer Landschaften in den Fokus rückt!

Und während wir schon beim Thema Bellelay sind, sollten wir nicht vergessen, dass die Klosterkirche nicht nur ein historisches Juwel ist, sondern auch ein Ort für zeitgenössische Kunst. 2014 zeigte die Künstlerin Renate Buser dort die Installation „Barock“. Diese Installation, bestehend aus acht Teilen, spielt mit der Symmetrie und Ordnung barocker Architektur und ist dabei oft aus schräger Perspektive zu sehen. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Kunst und Geschichte in diesem besonderen Raum miteinander verwoben sind.

Kulturförderung und ihre Bedeutung

<pDie Schweizer Kulturförderung hat einen weiten Kontext: Sie umfasst das gesamte Spektrum des kulturellen Schaffens, von der Produktion über die Verbreitung bis zur Archivierung von Werken. Die Finanzierung erfolgt sowohl durch öffentliche als auch private Institutionen. Jährlich fließen rund 3 Milliarden Franken in die Kultur – eine Summe, die sich aus den Ausgaben der Gemeinden, Kantone und des Bundes zusammensetzt. Besonders Städte wie Genf, Zürich und Basel zeigen sich da als wahre Kulturförderer.

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Die kantonalen Ausgaben sind dabei am stärksten in Zürich, Basel-Stadt, Waadt und Bern. Und was ist mit dem Bund? Der unterstützt das Kulturschaffen mit über 320 Millionen Franken jährlich. Diese Unterstützung zeigt sich in den unterschiedlichsten Sektoren: Theater und Musik werden hauptsächlich von den Gemeinden getragen, während der Film vom Bund finanziert wird. Denkmalpflege, Massenmedien, Museen und vieles mehr – die Aufteilung der Verantwortung ist komplex, aber wichtig für die kulturelle Vielfalt in der Schweiz.

Mit einem starken Engagement auf allen drei Staatsebenen gelingt es, ein reichhaltiges kulturelles Leben zu fördern, das nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Besucher aus anderen Kantonen anzieht. Von der kulturellen Bildung bis hin zu internationalen Austauschprogrammen – die Möglichkeiten sind vielfältig und spannend.