Frischer Wind für Biel: Canal B bringt regionale Vielfalt ins Fernsehen
Am Mittwochabend hat ein frischer Wind in der Medienlandschaft Einzug gehalten: Canal B, ein neuer regionaler Fernsehsender, hat in Biel BE seine Pforten geöffnet. Hier wird nicht nur auf Hochdeutsch gesendet, sondern auch auf Französisch – ganz im Sinne der kulturellen Vielfalt der Region. Der Fokus liegt auf den Gebieten Biel, Seeland, Berner Jura, dem Freiburger Seebezirk und dem Ballungsraum Grenchen SO. Was für ein spannendes Projekt!
In der ersten Sendung gab es ein Interview mit Medienminister Albert Rösti, der eindringlich die Bedeutung des regionalen Medienkonsums hervorhob. Zusätzlich wurden interessante Themen wie die ungültige Stadtpräsidiumswahl in Grenchen sowie die Zukunft des ehemaligen Bieler Spitalareals behandelt. Canal B plant, in den ersten Wochen mit einem Sommerprogramm zu starten, das neben News auch das regionale Wetter und die Serie «1 jour 1 idée» umfasst. Die Redaktion besteht derzeit aus zehn engagierten Medienschaffenden mit dem Ziel, auf 20 bis 25 Personen zu wachsen. Ein echtes Start-up-Feeling!
Ein neues Kapitel der Medienberichterstattung
Ein besonderes Highlight: Canal B bringt zwei Sprachkanäle ins Spiel, die viertelstündliche Newssendungen anbieten, die inhaltlich weitgehend identisch sind. Das Interview mit Rösti wurde in beiden Sprachen geführt – ein cleverer Zug, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Die Zuschauer können sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, das nach den Sommerferien noch weiter ausgebaut wird. Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) dem Sender Anfang 2024 die Konzession für das Versorgungsgebiet zugesprochen hat. Das lässt aufhorchen!
Die bisherige Konzessionärin Telebielingue hatte zwar gegen den Entscheid gekämpft, jedoch vor dem Bundesverwaltungsgericht das Nachsehen. Jetzt plant Telebielingue ein reduziertes Angebot, während Canal B mit frischem Elan auf Sendung geht. Der Sender gehört der Neuenburger Produktionsfirma Mystik SA und wird als innovatives Medium gegründet, das sich in der Region verankern möchte.
Eine leidenschaftliche Vision
„Gutes, Wahres und Relevantes“ – das ist das Motto von Canal B. Hier wird nicht nur auf die Inhalte geachtet, sondern auch auf eine motivierende und solidarische Arbeitsatmosphäre. Das Team ist auf der Suche nach motivierten, enthusiastischen und kompetenten Mitarbeitenden und hat bereits angekündigt, bald Stellenangebote zu veröffentlichen. Die Arbeitsbedingungen sollen ansprechend sein, und das Start-up-Umfeld bietet viel Raum für Kreativität und Entwicklung.
Wer Lust hat, Teil dieses aufregenden Projekts zu werden, kann sich unter letscollab@canalb.ch melden. Ein Aufruf, der sicherlich viele ansprechen wird, die in der Medienwelt ihren Platz finden möchten.
Der Wert lokaler Nachrichten
Doch was bedeutet das alles für die Region? Eine Studie der Hochschule der Medien Stuttgart zeigt, dass lokale Nachrichten für 70% der Teilnehmer wichtig sind. Besonders ältere Menschen legen Wert auf ihren Lokalteils, während die jüngere Generation zunehmend mobile Formate präferiert. Das Interesse an Audio-Formaten wie Podcasts wächst, ebenso wie die Zahlungsbereitschaft für guten lokalen Journalismus. Es ist also klar, die Heimatverbundenheit der Menschen ist stark und es wird eine Plattform gebraucht, die diesen Bedürfnissen gerecht wird.
Die Zukunft der regionalen Medien hängt also nicht nur von der Qualität der Berichterstattung ab, sondern auch von der Art und Weise, wie sie präsentiert wird. Canal B könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen – und das ist genau das, was die Region braucht. Die Verbindung zwischen den Menschen und ihren Geschichten wird wichtiger denn je, und Canal B hat das Potenzial, diesen Dialog zu fördern.
