In Montreux, einem der wohl bekanntesten Festivals der Schweiz, war am Montagabend die kleine, aber mächtige Stimme von Fauste zu hören. Das Montreux Jazz Festival feiert in diesem Jahr seine 60. Ausgabe und hat sich ganz der Vielfalt verschrieben – auch ein Gratisprogramm für die Besucher ist Teil des feierlichen Ambientes. Besonders freuen dürfen sich die Schweizer Künstler, die einen besonderen Platz in diesem Jahr einnehmen. Fauste, bürgerlich bekannt als Faustine Pochon, hat sich in den letzten Jahren als Solo-Künstlerin etabliert, nachdem sie fünf Jahre lang im Duo mit BARON.E aufgetreten ist. Ihr Auftritt auf der Super Bock Stage am 6. Juli um 19:00 Uhr war ein echtes Highlight!

Mit einem durchsichtigen roten Stoff, der die Farben der palästinensischen Flagge aufgriff, entblößte sie in gewisser Weise ihre Seele. Die Performance war geprägt von einer Intimität, die durch ruckartige Übergänge und gesprochene Passagen noch verstärkt wurde. Auf der Bühne war eine atmosphärische Kulisse zu sehen: Weißes Laken, ein Sessel und ein Bett – alles sorgte dafür, dass die Zuschauer in die Welt von Fauste eintauchen konnten. Mit zwei Tänzerinnen, die auf ihren Einsatz warteten, war die gesamte Darbietung eine Einladung, persönliche Gedanken und Emotionen zu erkunden.

Ein Aufruf zur Emanzipation

Die Texte von Faustes neuem Projekt spiegeln eine bittersüße Mischung aus Liebe, Bitterkeit und Emanzipation wider. Songs wie «Cortisone», «Hardcore», «Haiku» und «Vilaine fille» zeigen, dass ihre Musik als aufrichtig brutal beschrieben werden kann. In der musikalischen Gestaltung verbinden sich ätherische Klänge mit dunkleren Atmosphären. So bleibt kein Auge trocken, wenn sie mit ihrer Stimme und ihren Lyrics das Publikum in ihren Bann zieht. Bei einem Festival im Oktober 2025 hatte sie bereits klar und deutlich ein freies Palästina gefordert – ein politisches Statement, das nicht zu überhören war.

Fauste arbeitete eng mit Cem Tem, einem talentierten Künstler aus Yverdon und ihrem Freund, zusammen. Gemeinsam haben sie den Titel «QLVEB» komponiert, der vor zwei Wochen das Licht der Welt erblickte. Es ist bemerkenswert, wie ihr Werdegang und ihre Musik nicht nur die Zuhörer berühren, sondern auch eine Verbindung zu aktuellen Themen herstellen. So wird sie diesen Sommer auf mehreren Schweizer Bühnen zu sehen sein, unter anderem beim Festival «Les Georges» in Freiburg und beim «P’tit du Gros» in Le Noirmont im Jura.

Ein Blick auf das Festival

Das Montreux Jazz Festival selbst hat eine lange und bewegte Geschichte. Gegründet im Jahr 1967 von Claude Nobs, René Langel und Géo Voumard, war es das erste Jazzfestival der französischsprachigen Schweiz. Die erste Ausgabe lockte mit 14 Jazzorchestern, darunter Größen wie Charles Lloyd und Keith Jarrett. Im Laufe der Jahre hat sich das Festival nicht nur auf Jazz spezialisiert, sondern auch Rock- und Popkünstler wie Deep Purple und Prince auf die Bühnen geholt. Heute zieht das Festival jährlich über 200.000 Besucher an und dauert etwa 16 Tage – ein wahrer Magnet für Musikliebhaber aus aller Welt.

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In diesem Jahr, mit Top-Acts wie Bob Dylan und Simply Red, bleibt das Montreux Jazz Festival ein Ort der Begegnung, der Emotionen und des Austauschs. Faustes Auftritt hat dabei gezeigt, dass auch die „kleinen Stimmen“ nicht verstummen – sie werden gehört und gefeiert. Die Verbindung zwischen Musik und Botschaft wird in ihren Texten lebendig, und man kann nur hoffen, dass ihr Weg weiterhin so spannend bleibt.