Die Schweizerische Volkspartei (SVP) hat in den letzten Jahren einige prägnante Persönlichkeiten hervorgebracht, und eine davon ist Magdalena Martullo-Blocher. Obwohl die Nationalrätin in Zürich geboren wurde und dort lebt, zieht es sie stark in die Berge und Täler Graubündens. „Wenn ich zwischen Zürich und Graubünden wählen müsste, würde ich mich für Graubünden entscheiden“, so Martullo-Blocher, die sich mit der politischen Ausrichtung und der natürlichen Schönheit der Region identifiziert. Während des Eröffnungsabends des Zürcher Sechseläuten, bei dem Graubünden als Gastkanton auftrat, ließ sie keinen Zweifel daran, wie sehr sie die Ruhe und Freiheit in der Natur schätzt.
Trotz ihrer tiefen Verbundenheit mit Graubünden kann sie ihren Wohnsitz nicht dorthin verlegen, da ihre Familie in Zürich lebt und die Firma ihres Mannes im Zürcher Unterland ansässig ist. Zudem lebt ihr Vater, Christoph Blocher, in der Nachbargemeinde Herrliberg. Ihre starke Verwurzelung in Zürich ist für sie sowohl ein persönliches als auch ein politisches Dilemma. Um im Nationalrat bleiben zu können, müsste sie sich für Zürich entscheiden, da Graubünden aufgrund geringen Bevölkerungswachstums 2027 einen Sitz verlieren wird.
Ein Leben zwischen zwei Welten
Die Chefin der EMS Chemie, die ihren Hauptsitz in Domat/Ems, Graubünden, hat, sieht sich in einer besonderen Position. Ihre geschäftlichen Verbindungen zu Graubünden sind nicht zu leugnen, und sie hat sich als renommierte Politikerin und Unternehmerin einen Namen gemacht. Domenik Ledergerber, Präsident der SVP Kanton Zürich, lobt sie für ihre Verdienste und ihren Einsatz. Doch die steuerlichen Vorteile Graubündens sind ein weiterer Punkt, der sie reizt. „Graubünden wäre steuerlich interessanter für mich“, gesteht Martullo-Blocher.
Die Herausforderung, die sich für sie ergibt, ist das Abwägen zwischen den eigenen Wurzeln und den politischen Verpflichtungen. Der Zürcher Dialekt, den sie mit Stolz spricht, ist ein Zeichen ihrer Heimatverbundenheit, doch ihr Herz schlägt auch für die Bergwelt Graubündens.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Wie es mit Magdalena Martullo-Blocher und ihrer politischen Karriere weitergeht, ist noch ungewiss. Die bevorstehenden Wahlen und die mögliche Umstrukturierung der Sitze im Nationalrat stellen sie vor neue Herausforderungen. Ihre Entscheidung, in Zürich zu bleiben, könnte sowohl persönliche als auch politische Konsequenzen haben. Die Gespräche über die Zukunft Graubündens und die Herausforderungen, die der Kanton in den kommenden Jahren bewältigen muss, werden sicherlich auch ihren Einfluss spüren. Eines ist jedoch klar: Ihre duale Identität wird weiterhin eine spannende Facette in der politischen Landschaft der Schweiz darstellen.