Heute ist der 21.04.2026 und die Situation in Graubünden bleibt angespannt. Der Kanton hat die verstärkten Überwachungsmaßnahmen zur Tuberkulose bei Hirschen verlängert. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass im nahegelegenen Vorarlberg mehrere Fälle von Tuberkulose bei Hirschen nachgewiesen wurden. Diese Entwicklung macht das Prättigau zu einem Überwachungsgebiet, in dem die Ansteckungsgefahr für den einheimischen Wildbestand weiterhin hoch bleibt.
Die Tests bei erlegten und tot aufgefundenen Rothirschen sind bis Ende 2027 angesetzt. Bislang konnte in Graubünden kein Fall von Tuberkulose nachgewiesen werden, was die Situation etwas beruhigt. Dennoch bleibt es wichtig, wachsam zu sein, insbesondere weil in den Jahren 2024 und 2025 in keiner der untersuchten Proben aus Graubünden Tuberkulose festgestellt wurde.
Überwachungsgebiet Prättigau
Das Beobachtungsgebiet umfasst die Gemeinden Seewis, Grüsch, Schiers, Luzein, Küblis sowie Teile von Klosters und die Fraktion Saas. Hier müssen alle erlegten und tot aufgefundenen Rothirsche auf Tuberkulose untersucht werden. Im Jahr 2025 wurden bei 94 von 255 erlegten Hirschen, was etwa 30 Prozent entspricht, Tests durchgeführt. Diese Maßnahmen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Bündner Kantonalen Patentjägerverband (BKPJV) und dem Amt für Jagd und Fischerei (AJF) umgesetzt werden, zielen darauf ab, einen Tuberkuloseeintrag frühzeitig zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern.
Besonders kritisch ist die Lage aufgrund eines Fundortes in einem Gebiet mit intensivem Wildwechsel ins Prättigau, was das Risiko einer Ansteckung erhöht. Bei vier erlegten Hirschen in Vorarlberg, in den Gebieten Löruns und Vandans (Tschöppaalpe), wurde Tuberkulose festgestellt. Diese Region liegt nahe der Bündner Grenze und ist ebenfalls von intensivem Wildwechsel betroffen.
Langfristige Maßnahmen und Verbot
Ein seit 2016 bestehendes Verbot für die private Fütterung von Hirschen, Rehen, Gämsen und Steinwild in den Grenzgebieten zu Vorarlberg und Tirol bleibt in Kraft. Diese Maßnahme soll das Risiko einer Ansteckung weiter minimieren. Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) hat das bestehende Beobachtungsgebiet bis Ende 2027 verlängert, um die Überwachung fortzusetzen und die Gesundheit des Wildbestands zu gewährleisten.
Insgesamt ist die Situation in Graubünden ein Beispiel für die Herausforderungen, mit denen die Regionen konfrontiert sind, wenn es um den Schutz des Wildbestands und die Gesundheit von Nutztieren geht. Für weitere Informationen zu Tuberkulose beim Wild sind die Bürger eingeladen, die Website des ALT zu besuchen.