Wandel im Bündner Bildungshorizont: Valérie Favre Accola übernimmt das Ruder
Die politische Landschaft Graubündens steht vor einem spannenden Umbruch. Ab dem 1. Januar 2027 wird Valérie Favre Accola, die derzeitige Standespräsidentin des Kantons, das Ruder im Departement für Erziehung, Kultur und Umweltschutz übernehmen. Ihre Wahl bringt frischen Wind und vielversprechende Hoffnungen mit sich. Die Lehrpersonen Graubünden, unter der Leitung von Präsidentin Nora Kaiser, erhoffen sich einen offenen und partizipativen Führungsstil. Sie setzen auf innovative Schulmodelle und kreative Ansätze, die nicht nur den Unterricht, sondern auch die gesamte Bildungslandschaft bereichern sollen.
Ein bedeutender Aspekt in der Diskussion um die Zukunft der Bildung ist die aktive Einbindung aller Schulsozialpartner und schulnaher Institutionen. Die bisherigen Treffen mit Jon Domenic Parolini, dem alten Vorsteher, waren rar, und viele hoffen, dass Favre Accola diesbezüglich mehr Engagement zeigt. Ihre Vorgängerin hat zwar Stabilität geschaffen, doch es ist Zeit für neue Impulse.
Kultur und Umwelt im Fokus
Auch im kulturellen Bereich gibt es große Erwartungen. Chantal Störmer, Präsidentin der Museen Graubündens, wünscht sich eine kulturpolitisch engagierte Führung, insbesondere für kleinere Kulturinstitutionen. Davide Fogliada, der Kopf des Kunstfestivals, ist optimistisch und fordert mehr Aufmerksamkeit für periphere Regionen wie das Bergell. Diese Herausforderung könnte Favre Accola durch stärkere finanzielle Unterstützung für das Bergell angehen, um die kulturelle Vielfalt in Graubünden zu fördern.
Doch nicht alles ist unbeschwert. Anita Mazzetta vom WWF Graubünden äußert Bedenken über Favre Accolas frühere Ablehnung des Klima- und Innovationsgesetzes. Die Umweltanliegen scheinen oft hinter den Wirtschaftsinteressen zurückzustehen. Dennoch plant der WWF, Gespräche mit der neuen Regierungsrätin zu führen, in der Hoffnung, dass sie die Biodiversitätsstrategie und den Bündner Green Deal tatkräftig unterstützt.
Ein Blick auf die Hintergründe
Valérie Favre Accola ist keine Unbekannte in der Bündner Politik. Geboren am 26. März 1973 in Fribourg, ist sie in Davos aufgewachsen und hat an der Universität Fribourg studiert. Ihr Weg führte sie durch verschiedene Positionen, unter anderem als Marketingleiterin am Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik. Zudem war sie von 2017 bis 2020 Mitglied des Kleinen Landrats in Davos und verantwortete dort das Departement Bildung und Energie. Ihre Rückkehr in die kommunale Regierung und die Wahl zur Statthalterin sind Meilensteine ihrer Karriere, die nun mit der Leitung des Bildungsdepartements eine neue Dimension erreicht.
Die Vorbereitungen für das Kulturförderungskonzept Graubünden sind bereits im Gange. Der Grosse Rat wird in der Oktobersession 2024 darüber entscheiden. Dieses Konzept wird die kulturpolitischen Ziele und Maßnahmen für die Jahre 2025 bis 2028 festlegen. Es ist wichtig, dass die Stimme der Kulturinstitutionen gehört wird, da das Konzept auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen entwickelt wurde.
Die kommenden Jahre könnten also eine spannende Zeit für Graubünden werden, in der Valérie Favre Accola als Vorsteherin des Departements für Erziehung, Kultur und Umweltschutz eine zentrale Rolle spielen wird. Die Erwartungen sind hoch, und die Herausforderungen sind vielfältig. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Landschaft unter ihrer Führung entwickeln wird.
