Am frühen Montagnachmittag, dem 29. Juni 2026, ging bei der Kantonspolizei Graubünden das Telefon heiß. Zwei Notrufe hintereinander kündigten brenzlige Situationen in der oberen Surselva an. Zuerst war da ein Dachbrand in Disentis, der schnell für Alarmstimmung sorgte. Gegen 14.30 Uhr meldeten Anwohner eine starke Rauchentwicklung bei einem Mehrfamilienhaus, das mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet war. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war es nicht mehr zu übersehen: Ein Teil des Daches stand in Flammen.

Die Feuerwehr Sursassiala war rasch zur Stelle und konnte den Brand dank einer Autodrehleiter zügig bekämpfen. Es war eine knifflige Situation, denn die große Hitze erforderte mehrfache Nachlöscharbeiten an der Dachkonstruktion. Aufgrund der Umstände wurde bis Dienstagmorgen eine Brandwache aufrechterhalten, um sicherzustellen, dass das Feuer nicht wieder auflodert. Auch der Rettungsdienst Surselva war vorsorglich im Einsatz, um im Falle von Verletzten sofort reagieren zu können.

Motorradunfall am Oberalppass

Doch die Herausforderungen hörten hier nicht auf. Unmittelbar nach dem Dachbrand ereignete sich ein Motorradunfall am Oberalppass. Ein Motorradfahrer verlor in einer Rechtskurve auf der Talfahrt die Kontrolle über sein Gefährt und stürzte. Sowohl er als auch seine Sozia verletzten sich und mussten nach medizinischer Erstversorgung mit einem Helikopter der Rega ins Kantonsspital Uri nach Altdorf geflogen werden. Ein wahrlich turbulenter Nachmittag in den Bergen!

Während des gesamten Einsatzes wurde die Oberalpstrasse für etwa eine Stunde gesperrt – nicht gerade die beste Nachricht für Reisende, die durch die malerische Landschaft unterwegs waren. Die Kantonspolizei Graubünden hat mittlerweile Ermittlungen eingeleitet, um die Ursachen sowohl für den Brand als auch den Motorradunfall zu klären.

Sicherheitslage in Graubünden

Diese Vorfälle sind in einem größeren Kontext zu sehen. Im Jahr 2024 verzeichneten die 19 Kantonalen Gebäudeversicherungen in der Schweiz rund 8’100 Fälle von Brandschäden an Gebäuden, mit einer Schadenssumme von insgesamt 268,1 Millionen Franken. Ein beachtlicher Betrag! Trotz eines Anstiegs des Gebäudebestands um 10% zwischen 2004 und 2024 ist die Schadenssumme leicht zurückgegangen. Gute Nachrichten, könnte man sagen. Das liegt unter anderem an der zunehmenden Verbreitung von Geräten mit integrierten Sicherheitsfunktionen und dem gestiegenen Bewusstsein für Brandgefahren in der Bevölkerung. Das hat anscheinend dazu beigetragen, die Anzahl der Brände zu senken.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Wenn man sich die jüngsten Brandfälle in Graubünden anschaut, wird die Dringlichkeit von Brandschutzmaßnahmen jedoch deutlich. Nur wenige Tage vor dem Dachbrand in Disentis gab es bereits einen Brand auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses in Zizers – glücklicherweise ohne Verletzte. Am Mittwochabend zuvor war die Feuerwehr in Laax im Einsatz, als ein Dachbrand 80 Feuerwehrleute mobilisierte. Es scheint fast so, als ob die Feuer in diesen Tagen wie Pilze aus dem Boden schießen.

Die Vorfälle in den letzten Wochen – von Traktoren, die in Flammen aufgingen, bis hin zu Auto- und Flurbränden – zeugen davon, dass die Brandgefahr in der Region nicht zu unterschätzen ist. Das Augenmerk auf Brandschutz und Prävention ist daher wichtiger denn je. Die Menschen in Graubünden sind aufgerufen, wachsam zu sein und Sicherheitsvorkehrungen ernst zu nehmen – denn in der Natur kann sich das Feuer schnell verbreiten und unvorhergesehene Schäden anrichten.