Die unsichtbare Gefahr in der Milch: Wie PFAS unsere Gesundheit bedrohen
In den letzten Wochen hat eine Untersuchung des K-Tipps für Aufregung gesorgt. Es geht um unsere allseits beliebte Vollmilch – ja, genau, das weiße Gold aus der Ostschweiz! Laut dem Test wurden in sämtlichen 15 untersuchten Vollmilchprodukten PFAS-Verbindungen nachgewiesen. Diese chemischen Substanzen, die als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt sind, sind nicht nur in der Umwelt allgegenwärtig, sondern haben auch den Weg in unsere Milch gefunden. Und das, obwohl es in der Schweiz keinen verbindlichen Grenzwert für PFAS in Lebensmitteln gibt.
Besonders alarmierend sind die hohen Werte in Milch aus der Ostschweiz. Bio Vollmilch von Eico Swiss Premium, Aldi und Lidl haben besonders hohe PFOS-Werte aufgewiesen. Die Bio Vollmilch von Eico Swiss Premium lag bei 12 Nanogramm PFOS pro Kilogramm Milch. In Bern, Freiburg und Graubünden hingegen wurden die niedrigsten PFAS-Werte gemessen. Komischerweise ist die Milch aus diesen Regionen anscheinend weniger betroffen. Das ist irgendwie beruhigend, oder? Aber was bedeutet das für unsere Gesundheit?
Die Gefahren von PFAS
PFAS sind nicht einfach nur chemische Verbindungen – sie können auch gesundheitliche Risiken bergen. Studien des deutschen Instituts für Risikobewertung haben gezeigt, dass PFOS im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen und ungeborene Kinder zu schädigen. Und das ist nicht alles: Einige PFAS sind sogar als fortpflanzungsgefährdend eingestuft worden. Das klingt alles andere als harmlos, oder? Die EU diskutiert derzeit Höchstwerte für mehrere PFAS-Verbindungen, und das Ganze wird umso brisanter, wenn man bedenkt, dass viele der getesteten Produkte die vorgeschlagenen Werte nicht überschreiten. Ein wenig Entwarnung – zumindest vorerst.
Ein weiterer Punkt, der zum Nachdenken anregt, ist die Herkunft dieser Chemikalien. PFAS gelangen über belastete Böden und Wiesen in die Nahrungskette und damit in die Milch von Kühen. Eine Studie der ETH Zürich hat gezeigt, dass landwirtschaftliche Flächen, die mit Klärschlamm gedüngt wurden, stärker mit PFAS belastet sind. Was bedeutet das für unsere Böden? Und wie gehen wir mit diesem Wissen um?
Das große Ganze
Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wurde vor Kurzem eine freiwillige PFAS-Untersuchung in Milchbetrieben durchgeführt. Etwa jeder dritte kontrollierte Betrieb wies erhöhte PFAS-Werte auf. In einigen Fällen wurden die EU-Richtwerte massiv überschritten. Hier wird deutlich, dass wir uns in einer heiklen Lage befinden. Die Schweiz hat in vielen Bereichen noch keine klaren PFAS-Grenzwerte festgelegt. Das lässt Raum für Spekulationen und vielleicht auch für ein gewisses Maß an Unsicherheit.
In einer Welt, in der PFAS in Teflon, Antihaft-Beschichtungen und sogar in wasserabweisender Kleidung vorkommen, ist es kein Wunder, dass sie auch in unserer Nahrung landen. Wenn man bedenkt, dass diese Chemikalien sich in der Umwelt kaum abbauen, wird die Problematik umso drängender. Der Lebensmittelverband hat bereits darauf hingewiesen, dass die Analytik zur Untersuchung von PFAS teuer ist und nur von wenigen Speziallaboratorien angeboten wird. Das macht die Sache nicht einfacher.
Die Diskussion um PFAS ist also ein großes Thema, das uns alle betrifft. Wir müssen uns fragen: Wie viel wissen wir wirklich über die Lebensmittel, die wir konsumieren? Und vor allem: Wie können wir uns und unsere Umwelt schützen? So viel ist sicher: Ein vollständiger Schutz vor PFAS ist nicht möglich, und der Verzicht auf PFAS-haltige Produkte wird empfohlen. Doch wie sieht die Realität aus?
Das Ganze ist ein Zusammenspiel aus Wissenschaft, Politik und unserem täglichen Leben. Wenn wir uns weiterhin mit dem Thema beschäftigen, können wir vielleicht eine Lösung finden. So bleibt die Frage im Raum: Können wir unsere geliebte Milch noch unbesorgt genießen? Ein bisschen nachdenklich macht das schon.
