Im Herzen von Graubünden, wo die Berge den Himmel berühren und die Wälder Geschichten erzählen, wird ein ehrgeiziges Vorhaben ins Leben gerufen. Die Bündner Regierung hat beschlossen, im Jahr 2026 Waldpflegeprojekte auf beeindruckenden 3500 Hektar zu initiieren. Mit einem Gesamtbudget von 33,3 Millionen Franken wird viel Geld in die Hand genommen, um unsere grünen Lungen zu schützen und zu bewahren. Das Sammelprojekt Waldbau, wie es genannt wird, zielt darauf ab, nicht nur die Schönheit der Natur zu erhalten, sondern auch die Sicherheit der Siedlungen und Verkehrswege zu gewährleisten.
Die Gelder sind nicht einfach nur Zahlen auf einem Papier – sie fließen direkt zu Waldeigentümern, die insgesamt 27,6 Millionen Franken an Kantonsbeiträgen erhalten werden. Gemeinsam mit rund 200 öffentlichen und privaten Waldeigentümern werden Maßnahmen erarbeitet, die vor allem dem Schutzwald zugutekommen. Auf etwa 2500 Hektar wird die Pflege von Schutzwäldern im Fokus stehen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Siedlungen, Infrastrukturen und Verkehrswege vor Naturgefahren wie Lawinen und Steinschlag zu schützen.
Förderung der Biodiversität
Aber das ist noch nicht alles! Auf über 660 Hektar sollen auch Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität durchgeführt werden. Ein Augenmerk liegt hier auf der Aufwertung von Lebensräumen des Auerhuhns und der Erhaltung von Weidewäldern sowie besonderen Gehölzen und Waldrändern. Kastanienselven sind ebenfalls Teil dieses ehrgeizigen Plans. Die Vielfalt der Flora und Fauna ist nicht nur ein Augenschmaus, sie trägt auch zur Stabilität der Ökosysteme bei.
Die Pflege von Jungwäldern, Stabilitätspflege und eine nachhaltige Holznutzung mit Seilkran stehen auf etwa 350 Hektar außerhalb des Schutzwaldes auf dem Plan. Diese Maßnahmen sind essenziell, um die Schutzfunktion des Waldes gegen Naturgefahren zu sichern. Es ist ein Balanceakt – der Wald muss sowohl geschützt als auch sinnvoll genutzt werden, damit er uns auch in Zukunft ein sicheres Zuhause bieten kann.
Die Rolle der Wälder in der Klimapolitik
In einem breiteren Kontext betrachtet, spielt der Wald eine Schlüsselrolle in den Klimazielen, die die Bundesregierung im Klimaschutzgesetz von 2021 festgelegt hat. Diese Ziele betreffen nicht nur die Kohlenstoffspeicherung im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft, sondern auch die gesamte Waldwirtschaft. Die Waldstrategie 2050 und die Bioökonomiestrategie zielen darauf ab, die Holznutzung, insbesondere im Baubereich, zu steigern. Es ist eine Herausforderung, die nicht nur Graubünden, sondern ganz Europa betrifft.
Die Geschichte der Holzentnahme zeigt, dass seit 2002 eine steigende Nachfrage nach Holz besteht. 1993 wurden rund 51 Millionen Kubikmeter Holz entnommen. Diese Zahlen haben sich im Laufe der Jahre verändert, bis hin zu einem Anstieg auf 147 % des nutzbaren Zuwachses im Jahr 2020. Das bedeutet, dass wir mehr Holz nutzen als tatsächlich nachwächst – was in vielen Fällen auf Naturkatastrophen und Schädlinge zurückzuführen ist. Die Wälder sind also nicht nur ein Rückzugsort für Tiere und Pflanzen, sondern auch ein essenzieller Bestandteil unserer Wirtschaft und Klimapolitik.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Projekte in Graubünden entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Natur und die Menschen in der Region haben werden. Die Wälder sind unser Erbe, und es liegt an uns, sie für kommende Generationen zu bewahren.