Die Rhätische Bahn, ein wahres Juwel der Schweizer Alpen, hat ein aufregendes neues Kapitel aufgeschlagen. Mit einer Kooperation mit der taiwanesischen Bahn soll nun der asiatische Markt weiter erschlossen werden. Hwa-Ching Lin, der Generaldirektor der Forst- und Naturschutzbehörde von Taiwan, hat große Hoffnungen, dass mehr Touristen aus Taiwan ihren Weg in die malerischen Landschaften der Schweiz finden. Das ist doch eine spannende Aussicht, oder? Immerhin machen die asiatischen Reisenden schon jetzt 12% der Kundschaft der RhB aus. Michel Pauchard, der für das Marktmanagement zuständig ist, sieht enormes Wachstumspotenzial in dieser Richtung. Und ganz ehrlich, wer könnte dem nicht zustimmen? Die Schweiz hat einfach so viel zu bieten!
Aber die Kooperation beschränkt sich nicht nur auf die Förderung des Tourismus. Ein weiteres Ziel ist die Sammlung von Informationen zur Waldbewirtschaftung und dem Umgang mit Baumniedergängen nach Unwettern. Man denkt an Taiwan, an die Alishan Forest Railway und an die Erfahrungen, die man dort nach einem verheerenden Taifun sammeln konnte, der die Strecke von 2010 bis 2024 lahmlegte. Auch die Rhätische Bahn hat eine lange Geschichte der Kooperation mit anderen Bahnen – seit 1912 schon. Wer hätte gedacht, dass die erste Partnerschaft mit der Hakone Tozan Railway in Japan, inspiriert von der berühmten Berninabahn, so viele Jahre später immer noch Bestand hat?
Ein Blick auf Fenqihu
Wenn wir von der Alishan-Bahn sprechen, kommen wir nicht umhin, Fenqihu zu erwähnen. Diese charmante Station liegt auf stolzen 1403 m Höhe und ist eine der wichtigsten Haltestellen der Alishan-Bahn. Tatsächlich beträgt die Entfernung von der Hauptstrecke nach Fenqihu 45,52 km – eine kleine Welt für sich! Der Name „Dustpan Lake“ mag irreführend sein, denn einen tatsächlichen See sucht man hier vergebens. Stattdessen findet man alte Straßen, üppigen Bambus, sprudelnde Wasserfälle und historische Wanderwege. Und die Bento-Boxen sind ein absolutes Muss! Wenn der Zug nachmittags an der Station haltmacht, ist das Mittagessen für viele Reisende bereits gesichert.
Die alte Station aus Holz wurde 2004 abgerissen und durch eine neue Holzkonstruktion ersetzt, die der ursprünglichen sehr ähnlich sieht. Diese Entscheidung war ein kluger Schachzug der Behörde, denn die nostalgische Atmosphäre zieht nicht nur Bahnliebhaber an. Man kann förmlich die Geschichte spüren – die Holzgerüche, das Knarren der Dielen, die Erinnerungen, die in der Luft liegen. Es ist ein Ort, an dem die Vergangenheit lebendig wird.
Partnerschaften mit Geschichte
Die RhB hat noch weitere spannende Partnerschaften. Die offizielle Zusammenarbeit mit der Hakone Tozan Railway wurde 1979 besiegelt. Seither fördern beide Bahnen den Tourismus in ihren Regionen durch den Austausch von technischer Expertise und gegenseitigen Besuchen. Diese Partnerschaft hat ihren eigenen Charme – man denke nur an die Kuhglocken, die in Japan als symbolisches Geschenk überreicht wurden, oder an die japanischen Stationsnamen, die nun auch in der Schweiz zu finden sind. Und seit 2016 gibt es sogar ein Japan-Abteil im Alvra-Zug der RhB! Das ist doch mal eine gelungene Verbindung von Kulturen.
In Japan fahren Züge im Design des berühmten Glacier Express und des Bernina Express. Man könnte fast sagen, dass es eine kleine Weltreise in der Schweiz ist! Die Rhätische Bahn zeigt, wie man Tradition und Innovation miteinander verbinden kann. Es bleibt spannend zu sehen, wohin diese neuen Kooperationen führen werden. Vielleicht wird Fenqihu bald ein Hotspot für Schweizer Touristen – und das wäre nicht das Schlechteste.