Hoch oben über Davos thront das Berghotel Schatzalp – ein Bau, der zwischen 1898 und 1900 von Otto Pfleghard und Max Haefeli errichtet wurde. Ursprünglich war es ein Sanatorium für Tuberkulosepatienten, heute glänzt es mit luxuriösen Zimmern und zwei buchbaren Villen. Aber das ist noch nicht alles: Der größte Hotelpark der Schweiz, das Alpinum, beherbergt rund 5000 Pflanzenarten, darunter mehr als 400 Enziane und die größte Edelweiss-Sammlung weltweit! Und wenn das nicht genug ist, gibt es auch noch fünf Restaurants, die mit regionalen Kräutern in Küche und Drinks auftrumpfen.
Die Atmosphäre des Schatzalp ist unübertrefflich. Man spürt die Geschichte, die durch die Gänge weht, während man die zeitgenössischen Skulpturen bewundert, die im Dialog mit der Vergangenheit stehen. Ein Ort, wo Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen – und das nicht nur in Form von Kunst, sondern auch durch die eindrucksvolle Natur.
Kunst, die berührt
Max Roth, ein Künstler, der 1954 in Bern geboren wurde und in Uettligen lebt, ist bekannt für seine Arbeiten im öffentlichen Raum. Seine Skulpturen aus der Serie „Casas de los Idolos“ sind nicht nur einfach Stücke aus Holz; sie symbolisieren Charaktere und Prinzipien und bleiben in der Form des Baumstammes – authentisch und voller kreativer Symbolik. Gleichzeitig hat Kurt Laurenz Metzler, der von 1941 bis 2024 lebte, mit seiner monumentalen Skulptur „Der grosse Zeitungsleser“ städtisches Leben und menschliche Verletzlichkeit thematisiert. Diese beeindruckende Skulptur sticht durch ihre Größe und Farbigkeit hervor und lässt einen nicht unberührt.
Ein weiteres Highlight auf dem Schatzalp ist der Thomas Mann Weg, der an den berühmten Schriftsteller erinnert, der viele Sommer hier verbrachte. Die literarische Atmosphäre, die durch Manns Roman „Der Zauberberg“ vermittelt wird, ist überall spürbar. Auf einer Gartenvernissage wurden die Werke von Max Roth und Kurt Laurenz Metzler präsentiert, und Lorenzo Metzler, der Sohn des Bildhauers, eröffnete gemeinsam mit Roth die Ausstellung. Diese Skulpturen entfalten ihre Präsenz zwischen den Gartenanlagen und den majestätischen Alpen – ein wahrlich spektakulärer Anblick.
Ein Ort für die Sinne
Der große Hotelpark, mit seinen Wegen, Terrassen und Sichtachsen, lädt zum Verweilen ein. Hier wird die Verbindung zwischen Ort, Natur und Kunst lebendig. Max Roths Holzskulpturen, die aus einem einzigen Holzstück gefertigt sind, bieten einen ruhigen Kontrapunkt zur Dynamik der Umgebung. Der Hohlraum in seinen Arbeiten spielt eine zentrale Rolle und regt zum Nachdenken an. Man muss einfach mal durch den Park schlendern und die harmonische Verschmelzung von Innen- und Außenräumen erleben – das verändert die Wahrnehmung des Raums auf erstaunliche Weise.
Die Kunst am Bau und im öffentlichen Raum hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Skulpturen, die in Städten und Parks aufgestellt werden, sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Teil des Alltags. Sie laden ein zum Staunen, zum Nachdenken und zum Diskutieren. Die Aktion „Plastik im Freien“ von 1953 in Hamburg und das Engagement von Kulturreferenten wie Hilmar Hoffmann haben dazu beigetragen, Kunst für alle zugänglich zu machen. Auch in Davos wird dieser Gedanke lebendig: Kunst, die nicht nur betrachtet, sondern auch erlebt werden kann.
Ein Abschied von der Schatzalp hinterlässt bleibende Eindrücke. Kunstwerke und das historische Berghotel selbst sind mehr als nur Sehenswürdigkeiten – sie sind Teil einer lebendigen Geschichte. Wer einmal hier war, wird die Verbindung zwischen Kunst, Natur und Geschichte so schnell nicht vergessen. Und für alle, die mehr über den Besuch des Silbervreneli erfahren möchten, gibt es weitere Details auf vrenelinews.ch.