Inmitten der malerischen Landschaft von Graubünden hat sich etwas Aufregendes zusammengebraut: Manuela Gebert, eine Juristin aus Bern, hat ihre Kandidatur für das Amt der Gemeindepräsidentin in Albula verkündet. Geboren in Thun und aufgewachsen im Berner Jura sowie in Schaffhausen, hat sie sich ganz bewusst dazu entschieden, in Albula mehr Wurzeln zu schlagen. Ihr Hauptwohnsitz liegt bereits im Kanton Graubünden, während sie in Bern als Wochenaufenthalterin gemeldet ist. Die Hoffnung auf mehr Verwurzelung treibt sie an. Und das, obwohl sie bislang noch keine Gemeinde geführt hat. Aber Gebert ist überzeugt, dass das Gemeindepräsidium dringend benötigt wird.

Die Gemeinde Albula hat in letzter Zeit durch einen Felssturz im benachbarten Dorf Brienz von sich reden gemacht. Das Dorf war über 62 Wochen evakuiert, nachdem ein Schuttstrom im Juni 2023 knapp daran vorbeigezogen war. Beunruhigende Bewegungen am Berg haben die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt. Doch die Behörden gaben Entwarnung, als sich die Situation stabilisierte. Gruselige Szenarien eines massiven Felsabsturzes blieben zum Glück aus, auch wenn die Gefahr nicht ganz beseitigt ist. Ein Blick zurück: Im Jahr 2023 wurde der Ort von einem großen Schuttstrom heimgesucht, der glücklicherweise keine größeren Schäden anrichtete.

Eine Stimme für die Gemeinde

Obwohl Gebert noch nie in einer Gemeinde in einer Führungsposition gewirkt hat, bringt sie eine Menge Erfahrung mit. Sie ist aktiv in mehreren Verwaltungs- und Stiftungsräten und hat ein Herz für Gesang – als Sopranistin hat sie vielleicht schon so manches Ohr erfreut. Und das ganz nebenbei als Pilotin! Ihre Integration in Albula scheint gelungen, denn sie spricht Berndeutsch und hat sich gut in die Gemeinschaft eingefügt. Besonders bemerkenswert ist, dass sie die einzige Kandidatin für das Amt ist. Ihre Kandidatur wurde insgesamt positiv aufgenommen, was ihr den Rücken stärkt.

Gebert pendelt zwischen Albula und Bern, nutzt dafür Zug oder Auto. Das Fliegen hat sie hinter sich gelassen – ein kluger Schritt, angesichts der turbulenten Zeiten, in denen wir leben. Die Verantwortung, die sie nun übernehmt, ist nicht zu unterschätzen. In Anbetracht der jüngsten Ereignisse in Brienz ist der Bevölkerungsschutz ein zentrales Thema. Katastrophen wie Felsstürze und andere Naturereignisse haben gezeigt, wie wichtig eine gut informierte und vorbereitete Bevölkerung ist. Die enge Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten und anderen Institutionen ist essenziell, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Eine Gemeinde im Wandel

Die Evakuierung von Brienz steht exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen viele Gemeinden konfrontiert sind. Während mehr als einem Jahr mussten die 90 Einwohner ihre Häuser verlassen, durften diese nur tagsüber besuchen, stets angepasst an die Gefahrenlage. Die Gemeinde hat sogar eine „präventive Umsiedlung“ ins Leben gerufen, um den betroffenen Bewohnern zu helfen, neue Heimat zu finden. Bis Ende September haben sich bereits 40 Parteien für eine Umsiedlung entschieden, während schätzungsweise 35 Hauptwohnsitzinhaber ihre Heimat aufgeben möchten.

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Der Kanton Graubünden hat für die Umsiedlung einen Kredit von 50 Millionen Franken gesprochen. Diese Maßnahmen zeigen klar, dass der Bevölkerungsschutz in den Gemeinden höchste Priorität hat. Nach Katastrophen wenden sich die Menschen an ihre Gemeinde, suchen Schutz und Sicherheit. In diesen unsicheren Zeiten ist es beruhigend zu wissen, dass es Menschen wie Manuela Gebert gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Gemeinschaft aktiv zu unterstützen.