Heute ist der 17.06.2026 und wir schauen nach Graubünden, wo das Bündner Parlament kürzlich eine wichtige Entscheidung getroffen hat. Zwei Luchse sollen im Kanton angesiedelt werden, um drei Tiere zu ersetzen, die im vergangenen Jahr fälschlicherweise während der Wolfsjagd erlegt wurden. Ein Aufruf zur Wiedergutmachung, könnte man sagen. Die Sache hat jedoch ihre Tücken und sorgt für ein ganzes Bündel an Emotionen und Meinungen.

Der Beschluss kam nicht von ungefähr. Zwei Vorstöße von Mitte und SVP hatten zunächst versucht, die Ansiedlung neuer Luchse zu verhindern. Ihre Argumente – die Sorgen der Landwirtschaft nicht ernst zu nehmen – stießen jedoch auf wenig Gehör. Während der Mitte-Grossrat Gian Andris Derungs mit 41 Stimmen für seinen Vorschlag warb, stimmten 70 Abgeordnete für die regierungsrätlichen Anträge. Auch der SVP-Vorstoß fand mit 37 Stimmen gegen 73 keine Gnade. Die FDP und GLP hingegen hoben die Bedeutung der Aussetzung hervor. FDP-Grossrat Tarzisius Caviezel erklärte, dass es darum gehe, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, während GLP-Grossrätin Géraldine Danuser die Stärkung der genetischen Vielfalt der Luchspopulation betonte.

Die Hintergründe der Aussetzung

Die Aussetzung der zwei Luchse wurde nun auch vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) bewilligt. Die Tiere sollen aus der Jura-Population und den Karpaten stammen. Ein Luchs wird im Jura gefangen, während der andere aus der Slowakei oder Rumänien eingeführt wird. Das klingt einfach, doch die Realität sieht anders aus: Die Fangaktion wird erst im Februar 2026 beginnen und könnte sich bis 2028 verzögern. Das liegt an der hohen Nachfrage nach Wildfängen, was die Sache nicht gerade einfacher macht.

Die Maßnahme soll nicht nur die Verluste kompensieren, die durch die Fehlabschüsse entstanden sind, sondern auch die genetische Vielfalt der Luchsbestände stärken. Im Luchskompartiment „Surselva“, wo die Verluste aufgetreten sind, wurde im Spätwinter 2023 ein Fotofallenmonitoring durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass der aktuelle Bestand in der Surselva auf 17 selbstständige Luchse geschätzt wird – ein kleiner Anstieg im Vergleich zu 15 selbstständigen Tieren im Jahr 2021, aber wirklich signifikant ist das nicht.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bewilligung des BAFU ist bis Ende 2030 gültig, was den Verantwortlichen etwas Luft verschafft. Doch es bleibt abzuwarten, wie die Bevölkerung auf die Rückkehr der Luchse reagiert. Für viele ist der Luchs ein Symbol der Natur, für andere ein potentielles Problem für die Landwirtschaft. Die Diskussionen werden wohl weitergehen, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation entwickelt.

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Ein vollständiger Bericht über die Luchspopulation und die Aussetzung ist auf den Webseiten der Stiftung KORA und des Amts für Jagd und Fischerei verfügbar. Wer Fragen hat, kann sich an Adrian Arquint wenden, Co-Leiter des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden. Irgendwie hat man das Gefühl, dass sich hier nicht nur die Luchse, sondern auch die Meinungen weiterentwickeln werden. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht.