Heute ist der 29. Mai 2026 und was für ein Frühling das war! Der Frühling in der Schweiz wird als der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen eingestuft. Kaum zu glauben, aber nur die Jahre 2011 und 2007 waren noch heißer. Meteorologisch gesehen erstreckt sich der Frühling hierzulande vom 1. März bis zum 31. Mai. Und in diesem Jahr lag die landesweite Mitteltemperatur von März bis Mai ganze 1,6 Grad über dem Referenzwert der Jahre 1991 bis 2020. Ein wenig verrückt, oder?
Der März hat sich mit einer Abweichung von nur 0,4 Grad über der Norm eher zurückhaltend gezeigt. Doch der April hat dann wirklich aufgedreht! Dieser war der fünftwärmste seit den ersten Messungen und übertraf die Referenzperiode um stolze 2,6 Grad. Und der Mai? Ach, der Mai war ein echtes Wechselbad der Gefühle. Es gab kalte Phasen, aber auch eine richtige Hitzewelle, die uns die Schweißperlen auf die Stirn trieb. Am 28. Mai erreichte Biasca im Tessin mit 34,8 Grad fast den nationalen Mai-Rekord von 35,1 Grad, der 2009 in Sitten gemessen wurde.
Trockene Zeiten
Interessanterweise war dieser Frühling nicht nur heiß, sondern auch einer der trockensten. Die Niederschlagsmengen lagen zwischen 40 und 90 Prozent unter dem Normalwert. Besonders in den östlichen Landesteilen wie Graubünden und dem Engadin war es extrem trocken – der trockenste Frühling seit 1901! Wenn das nicht beunruhigend ist, was dann? Die Nachbarn in Österreich hatten sogar den trockensten Frühling seit 169 Jahren, mit einer Niederschlagsmenge, die 50 Prozent unter dem Klimamittel lag. Wahnsinn!
Die Ursachen für diese außergewöhnlichen Wetterphänomene sind vielschichtig. Das Wetter und Klima der Erde werden durch die Sonneneinstrahlung angetrieben. Rund 50 Prozent dieser Strahlung wird von der Erdoberfläche absorbiert und erwärmt diese. Aber nicht nur das – auch die Atmosphäre selbst nimmt etwa 20 Prozent auf, was zu ihrer Erwärmung führt. Das bedeutet, dass der Mensch durch sein Handeln einen merklichen Einfluss auf unser Klima hat.
Der menschliche Einfluss
Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert nehmen die Treibhausgase in der Atmosphäre stetig zu. Diese Entwicklung ist kein Geheimnis mehr. Der Kohlendioxidgehalt hat sich in den letzten 150 Jahren fast um 50 Prozent erhöht. Unvorstellbar, oder? Hauptverursacher sind das Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas sowie die intensive Landwirtschaft. Auch das Verschwinden von Wäldern trägt seinen Teil dazu bei. Praktisch die gesamte beobachtete Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung ist auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Und die Auswirkungen sind nicht zu ignorieren.
Die Klimaerwärmung hat nicht nur Auswirkungen auf die Temperaturen, sondern auch auf die Niederschlagsmuster, die uns in den letzten Wochen so überrascht haben. Wir müssen uns fragen, wie lange wir noch so weitermachen können – mit diesen extremen Wetterbedingungen und den damit verbundenen Herausforderungen. Es ist eine spannende, aber auch besorgniserregende Zeit, in der wir leben. Was bringt uns der Sommer? Das bleibt abzuwarten. Wir können nur hoffen, dass der nächste Frühling nicht wieder so ein extremes Wetter mit sich bringt!