Heute ist der 10.06.2026 und die Stimmung in Graubünden ist aufgeladen. Die Wahlen stehen vor der Tür und es gibt mehr Frauen als je zuvor, die sich für einen Platz in der Regierung bewerben. Bei dieser Wahl treten vier Frauen und fünf Männer an – die höchste Anzahl an Kandidierenden seit 2010. Damals waren es zehn Personen! Man könnte fast sagen, es brodelt in der politischen Landschaft.
Unter den Kandidierenden finden wir vier amtierende Regierungsmitglieder: Martin Bühler von der FDP, Marcus Caduff und Carmelia Maissen von der Mitte sowie Peter Peyer von der SP. Ihre Chancen auf einen erneuten Einzug stehen gut, auch wenn die Konkurrenz nicht schläft. Interessanterweise gab es im 21. Jahrhundert in Graubünden noch keine Abwahl eines amtierenden Regierungsmitglieds. Ein bisschen Geschichte, die sich wiederholen könnte, oder?
Die Herausforderer
Jon Domenic Parolini von der Mitte kann aufgrund der Amtszeitbeschränkung nicht mehr antreten. Ein Verlust für die Mitte, die mit Aita Zanetti, der aktuellen Gemeindepräsidentin von Scuol, ihre Regierungsmehrheit verteidigen möchte. Valérie Favre Accola von der SVP sieht sich als Herausforderin und will Zanetti einen Sitz streitig machen. Die SVP hat seit der Abspaltung der BDP im Jahr 2008 keinen Sitz mehr in der Regierung – vielleicht wird das jetzt anders?
Die GLP will ebenfalls einen Sitz sichern und setzt auf Nora Saratz Cazin, die Gemeindepräsidentin von Pontresina. Die FDP hat große Pläne und möchte neben Bühler auch Maurizio Michael in die Exekutive bringen, um der italienischsprachigen Bevölkerung Gehör zu verschaffen. Reto Bott, ein 24-jähriger Rechtswissenschaftsstudent aus S-chanf, kandidiert hingegen ganz ohne parteiliche Unterstützung – ein mutiger Schritt, der vielleicht frischen Wind in die Politik bringt.
Ein historischer Moment?
Am 14. Juni könnte Graubünden einen historischen Moment erleben: Eine zweite Frau könnte in die Exekutive einziehen! Bislang haben nur drei Frauen im Regierungsrat gesessen: Eveline Widmer-Schlumpf, Barbara Janom Steiner und die amtierende Regierungsrätin Maissen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist, dann weiß ich auch nicht!
Die politische Landschaft ist ein spannendes Terrain, und die Wahlen versprechen, aufregend zu werden. Frauenpower, neue Gesichter und die Sehnsucht nach Veränderung – das sind die Zutaten für einen Wahlkampf, der in die Geschichtsbücher eingehen könnte. Wie sich die Wähler entscheiden werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Die Zeit ist reif für frischen Wind in der Bündner Regierung!
Wenn Sie mehr über gewählte Frauen in der Politik erfahren möchten, schauen Sie doch mal hier vorbei: Statistiken über gewählte Frauen.