Davos zwischen Bergen und Wohnungsnot: Ein Wettlauf um den Lebensraum
Heute ist der 16.07.2026 und wir blicken auf die aktuelle Situation in Davos, einem Ort, der nicht nur für seine atemberaubenden Berge, sondern auch für seine akute Wohnungsnot bekannt ist. Laut dem Kleinen Landrat ist die Leerstandsziffer in Davos erschreckend niedrig. Das bedeutet, dass die Einheimischen zunehmend Schwierigkeiten haben, adäquaten Wohnraum zu finden. Wie kann es dazu kommen? Ein Hauptgrund liegt im Abbruch von Wohnungen, die zuvor von Einheimischen genutzt wurden. Diese Einheiten werden nach dem Neubau oft als Zweitwohnungen verkauft. Jährlich verschwinden über 50 Erstwohnungen aus dem Bestand. Das ist ein echter Schlag für die lokale Bevölkerung!
Die Davoser Ortsparteien und das Initiativkomitee der Erstwohnungsinitiative haben sich zusammengetan, um an einem Kompromiss zu arbeiten. Ziel ist es, eine Teilrevision des Zweitwohnungsgesetzes umzusetzen, die deutliche Verbesserungen verspricht. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Einführung einer Schutzklausel für große Gebäude mit mindestens vier Wohnungen. Kleinere Gebäude und Einfamilienhäuser bleiben von dieser Regelung jedoch unberührt. Bei bedeutenden Veränderungen an großen Gebäuden muss die Hälfte der Wohnfläche als Erstwohnraum erhalten bleiben. Ein Grundbucheintrag sichert diesen Wohnraum zusätzlich.
Neues Gesetz in Sicht?
Was passiert mit der restlichen Wohnfläche? Diese kann entweder frei genutzt oder in Zweitwohnungen umgewandelt werden. Und wenn man bereit ist, eine Ersatzgabe zu zahlen, dürfen sogar zusätzlich 25% der Fläche in Zweitwohnungen umgewandelt werden. Die Mittel aus dieser Ersatzabgabe fließen in die Förderung von bezahlbarem Erstwohnraum – eine Maßnahme, die in Davos dringend notwendig ist. Das Gesetz hat bereits eine Phase der Mitwirkung durchlaufen, und es haben sich zwei gegensätzliche Lager gebildet: Privatpersonen empfinden die Regelungen als zu schwach, während Immobilienvertreter die Revision insgesamt ablehnen.
Am 20. August wird der Grosse Landrat über die Teilrevision des Zweitwohnungsgesetzes beraten. Sollte es zur Verabschiedung kommen, könnte die Stimmbevölkerung über die Gesetzesanpassung entscheiden. Das Initiativkomitee hat angekündigt, die Volksinitiative zurückzuziehen, wenn der Kompromiss angenommen wird. Diese Initiative hatte gefordert, dass bei baulichen Eingriffen mindestens die Hälfte der entstehenden Wohnungen als Erstwohnungen erhalten bleiben. Es bleibt also spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Die Situation in Davos ist symptomatisch für viele alpine Regionen, in denen der Druck durch Zweitwohnungen und Tourismus stetig wächst. Angesichts dieser Herausforderungen ist es von zentraler Bedeutung, dass die Stimme der Einheimischen gehört wird. Die Diskussion um die Wohnraumsituation ist nicht nur eine lokale Angelegenheit; sie spiegelt ein größeres Problem wider, das in vielen beliebten Tourismusregionen zu beobachten ist. Die Frage bleibt: Wie gelingt es, ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Einheimischen und den Anforderungen des Tourismus zu finden? Das ist kein leichtes Unterfangen, aber die Entwicklungen in Davos könnten als Beispiel dienen, wie man innovative Lösungen findet.
