Wenn die Stauseen schwinden: Ein Sommer voller Wasserfragen in der Schweiz
Heute ist der 16.07.2026, und während wir hier in Glarus den Sommer genießen, gibt es besorgniserregende Nachrichten aus den Schweizer Stauseen. Aktuell sind sie so leer wie seit 20 Jahren nicht mehr. Der Füllstand liegt bei gerade einmal 46 Prozent – das sind 16,4 Prozent weniger als der Durchschnitt der letzten zwei Dekaden. Laut dem Bundesamt für Energie sind die Wasserpegel so niedrig, dass man sich ernsthaft fragt, wo das ganze Wasser geblieben ist.
Die Ursachen für diesen dramatischen Rückgang sind vielfältig. Zum einen gab es in diesem Winter einfach zu wenig Schnee. Aber das ist nicht alles: Der Frühling 2023 war einer der trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1864. Die extreme Trockenheit hat die Füllstände weiter gedrückt. Ein echter Dürresommer, könnte man sagen. Ein Hoffnungsschimmer kommt allerdings von Andreas Jöckel von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission Elcom, der betont, dass ein Engpass in der Stromversorgung derzeit nicht zu erwarten ist. Aber wie sieht es in den kommenden Monaten aus?
Wetterprognosen und Gletscherabhängigkeit
Die Prognosen für die nächsten Monate hängen stark von den Niederschlägen ab. Energiekonzern Alpiq ist optimistisch und erwartet, dass sich die Speicherseen wieder füllen werden. Das hängt jedoch nicht nur vom Regen ab. Die Stauseen sind stark von Gletscherzuflüssen abhängig. Es ist ein bisschen wie ein Tanz mit der Natur, und momentan scheint der Takt nicht zu stimmen. Die Hitze hat in den letzten Jahren die Pegel zwar zwischenzeitlich erhöht, aber Glaziologe Matthias Huss warnt: Langfristig könnte das Abschmelzen der Gletscher die Wasserverfügbarkeit erheblich verringern. In 10 bis 30 Jahren könnten wir bei ähnlichen Hitzewellen mit weniger Wasser vom Gletscher auskommen müssen. Ein Gedanke, der einem schon ein bisschen mulmig im Magen liegt.
Aber keine Panik, sagt Jöckel. Selbst wenn die Speicherseen nicht immer voll sind, wird die zukünftige Versorgungssicherheit nicht entscheidend beeinträchtigt. Immerhin decken die Speicherseen etwa 20 Prozent der Nachfrage im Winterhalbjahr. Doch die Frage bleibt: Wie wird sich das alles langfristig entwickeln? Die Natur hat ihre eigenen Gesetze, und wir können nur hoffen, dass sich das Gleichgewicht wiederherstellt.
Es bleibt spannend, und während wir hier in Glarus die warmen Tage genießen, sollten wir uns vielleicht auch ein bisschen Gedanken über unsere Wasserressourcen machen. Der Sommer hat seine Reize, aber er bringt auch Herausforderungen mit sich. Und am Ende des Tages sind wir alle Teil dieses großen Ganzen, das wir Natur nennen. Es bleibt zu hoffen, dass der Regen bald kommt – für die Stauseen und für uns alle.
