Alarmstufe Rot: Glarus rüstet sich gegen Tierseuchen
Heute ist der 16.07.2026 und in Glarus geht es rund. Tierseuchen – ein Thema, das in der Landwirtschaft nicht nur für Stress sorgt, sondern auch für schlaflose Nächte. Die Auswirkungen können weitreichend sein: Von der Gesundheit der Tiere über die Landwirtschaft bis hin zur Wirtschaft. Hier zählt jede Minute, und deshalb hat das Schnelle Einsatzelement Tödi (SET) des Zivilschutzes Glarus in einem intensiven Kadervorkurs und an zwei Ausbildungstagen ein umfassendes Training für den Ernstfall absolviert.
Für viele mag das vielleicht wie eine trockene Übung erscheinen, aber die Realität ist alles andere als trocken. Das SET hat den Leistungsauftrag für die Tierseuchenwehr übernommen – und das nicht ohne Grund. Im Auftrag des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (ALT) werden die Einsatzkräfte darauf vorbereitet, im Falle eines Ausbruchs schnell und effizient handeln zu können. Die Ausbildung ist darauf ausgelegt, sowohl erfahrene als auch neue Einsatzkräfte auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Bei einem Ernstfall müssen alle Abläufe reibungslos und einheitlich funktionieren. Das ist wie ein gut geöltes Uhrwerk.
Die Übung
Die Übung begann mit dem Aufbau eines Schadenplatzes, der in verschiedene Sicherheitszonen unterteilt war. In der roten Zone, dem Gefahrenbereich, durften nur die mutigsten unter den Einsatzkräften mit Vollschutzanzug und Filtermaske hinein. Man stelle sich das vor: Schwerfällige Anzüge, die einem das Gefühl geben, man wäre auf einer Marsmission! In der gelben Zone, dem Arbeits- und Aufenthaltsbereich, wurde geschuftet, während die grüne Zone als sauberer Bereich galt, in dem es keine Gefahr gab.
Ein wichtiger Bestandteil der Übung waren die Dekontaminationsschleusen. Diese spielten eine entscheidende Rolle, um Personen, Material oder Fahrzeuge vor dem Verlassen der kontaminierten Zone zu reinigen und die Verschleppung von Krankheitserregern zu verhindern. Man kann sich das wie eine Art „Entgiftungsstation“ vorstellen. Im Stall misteten die Einsatzkräfte nicht nur vollständig aus, sondern reinigten auch alle Flächen mit Hochdruckreinigern – das klingt nach einem richtigen Kraftakt! Die vollständige Desinfektion, um verbliebene Bakterien oder Viren abzutöten, wurde zwar theoretisch behandelt, aber nicht praktisch durchgeführt. Das zeigt, wie ernst es den Verantwortlichen ist.
Zusammenarbeit ist alles
Die Ausbildung machte deutlich, dass die Tierseuchenwehr klare Abläufe, diszipliniertes Arbeiten und das Einhalten von Schutzmaßnahmen erfordert. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit, dem Zivilschutz und den betroffenen Landwirtschaftsbetrieben ist unerlässlich. Und das alles dank der großzügigen Unterstützung von Rudolf Schmid aus Glarus, der seinen Landwirtschaftsbetrieb für die Übung zur Verfügung stellte – ein echter Held des Alltags!
Mit der abgeschlossenen Ausbildung hat das SET seine Einsatzbereitschaft im Bereich der Tierseuchenwehr weiter ausgebaut. Das ist nicht nur eine tolle Nachricht für die Region, sondern auch ein Zeichen, dass man für den Ernstfall gerüstet ist. Wenn man sich die Situation in Deutschland ansieht – vom Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bis hin zur Geflügelpest – wird der Ernst der Lage schnell deutlich. Die Bekämpfung von Tierseuchen ist Teil der staatlichen Gefahrenabwehr und wird durch das Tiergesundheitsgesetz geregelt.
Die Verantwortung liegt dabei nicht nur bei den großen Behörden, sondern wird auf die Länder, Landkreise und kreisfreien Städte verteilt. Ein Beispiel ist die Maul- und Klauenseuche (MKS), die Deutschland am 14. April 2025 wieder als „MKS-frei ohne Impfung“ anerkannt hat, nachdem ein Fall bei Wasserbüffeln in Brandenburg festgestellt wurde. Solche Entwicklungen zeigen, wie wichtig präventive Maßnahmen sind, um die Landwirtschaft zu schützen. Und wenn man dann noch die Vielzahl der Tierseuchen betrachtet – von der Blauzungenkrankheit bis zur hochpathogenen Aviären Influenza – wird klar, dass die Arbeit des SET nicht nur notwendig, sondern auch von höchster Dringlichkeit ist.
