Am vergangenen Wochenende versammelten sich die Mitglieder des Glarner Jagdvereins auf dem malerischen Kerenzerberg in Filzbach zur jährlichen Hauptversammlung. Der Verein, der mittlerweile auf eine fast 20-jährige Geschichte zurückblickt und aus drei Vorgängervereinen hervorgegangen ist – dem Glarner Patentjägerverein, dem Glarner Jagdschutzverein und DIANA Glarus – hat sich als fester Bestandteil der lokalen Jagdkultur etabliert. Die Eröffnung der Versammlung übernahm die Jagdhornbläsergruppe «Edelwyss» unter der Leitung von Manfred Bertini, die mit ihren Klängen für die richtige Atmosphäre sorgte.
Rund 60 Vereinsmitglieder sowie verschiedene Gäste, darunter Regierungsrat Thomas Tschudi und Nationalrat Markus Schnyder, nahmen an dieser bedeutenden Zusammenkunft teil. Präsident Lukas Vidoni führte die Versammlung zügig durch die Traktandenliste und präsentierte die Höhepunkte des vergangenen Jahres, darunter die Teilnahme am ESAF 2025 in Mollis mit Jagdhornbläsern, Jagdhunden und einem festlich geschmückten Umzugswagen. Die positiven Abschusszahlen der Glarner Jagd 2025 wurden ebenfalls zur Kenntnis genommen, und es wurde betont, dass die Jagdzeiten kurz, aber liberal bleiben.
Wichtige Entscheidungen und Ausblicke
Ein zentrales Thema der Versammlung war das Training im jagdlichen Schießen, welches als wesentlicher Bestandteil des Tätigkeitsprogramms hervorgehoben wurde. Der Rechnungsabschluss sowie der Revisorenbericht wurden einstimmig genehmigt. Zudem wurde der Vorstand unter der Leitung von Lukas Vidoni bestätigt, und die neuen Mitglieder Anton Kurmann und Daniel Bissig wurden in die Reihen des Vereins aufgenommen. Eine besondere Würdigung erhielt Hans Zopfi für seine Verdienste, was die Gemeinschaft weiter stärkt.
Die Versammlung entschied sich klar für die Fortführung der liberalen Glarner Jagd. Der «Wald-Wild-Bericht» thematisiert den Klimawandel und den Schutz klimaresistenter Wälder, was in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. In seinen Grussbotschaften betonten Regierungsrat Thomas Tschudi und Toni Merkle, Präsident von Jagd Schweiz, die Relevanz eines starken Jagdverbands angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Der Glarner Jagdverein im Kontext
Im Kanton Glarus plant und überwacht die Abteilung Jagd und Fischerei den gesamten Jagdbetrieb. Die Jagd erfolgt nach dem Patentsystem, wobei ein Patent für ein Jahr bzw. eine Jagdsaison gültig ist. Um den Wildbestand auf einem für die Land- und Forstwirtschaft erträglichen Niveau zu halten, überwachen vier kantonale Wildhüter den Schutz wildlebender Tiere und das Jagdwesen. Zudem gibt es drei Eidgenössische Jagdbanngebiete, die etwa 18 % der Kantonsfläche abdecken, darunter das älteste Wildschutzgebiet Europas, das Jagdbanngebiet Kärpf, welches bereits 1548 gegründet wurde.
Die anstehende Anpassung der Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSV), die am 1. Februar 2025 in Kraft tritt, wird weitere Änderungen im Jagdwesen mit sich bringen. Der Einsatz von bleifreier Munition wird empfohlen und ein Ratgeber hierzu wurde von Jagd Schweiz erstellt. Auch der Rückgang der Gämsenbestände wird in einer Broschüre analysiert, die auf die Verantwortung der Jagd hinweist.
Für weiterführende Informationen zur Jagd und Fischerei im Kanton Glarus können Interessierte die Webseite des Bundesamtes für Statistik besuchen: Bundesamt für Statistik.