In einer einzigartigen Veranstaltung im House of Läderach in Bilten hat die Autorin Dina Casparin ihr neuestes Werk vorgestellt, das die Leser in die dunklen Geheimnisse der Schokoladenproduktion entführt. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Serafine Montalin, die auf der Suche nach der Wahrheit über den angeblichen Unfalltod ihres Vaters ist. Die spannenden Ermittlungen führen sie zu einem düsteren Kapitel eines Schweizer Schokoladeherstellers, was nicht nur kriminalistische, sondern auch tiefgründige gesellschaftliche Themen anspricht.

In einem Ambiente, das von dem verführerischen Duft der nebenan produzierten Schokolade geprägt war, lauschten rund 40 Gäste der Lesung. Die Moderatorin Isabel Florido führte durch den Abend, der nicht nur Einblicke in den Inhalt des Buches, sondern auch in dessen Entstehung bot. Neben spannenden Erzählungen wurden den Anwesenden auch kleine Probiererlis angeboten, sodass sie die süßen Versuchungen gleich selbst genießen konnten. Bruno Faist, der bekannte Schokoladenpapst von Läderach, bereicherte die Veranstaltung mit einem kurzen Vortrag über die Kunst der Schokoladenherstellung.

Ein Blick hinter die Kulissen

Dina Casparin, die aus einer Familie mit tiefen Bündner Wurzeln stammt, hat bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich. Als ehemalige Balletttänzerin auf deutschen Bühnen und mit einem Studium der Rechtswissenschaften bringt sie eine ganz besondere Perspektive in ihre Schreibkunst ein. Obwohl sie in Zürich lebt, zieht es sie oft nach Davos, wo sie ihre Geschichten mit einem klaren Blick für Nachhaltigkeit und Kolonialismus verknüpft. Ihr Urgroßvater war bei Sprüngli tätig und gründete die erste Schokoladenfabrik im Bündnerland, was ihre Verbindung zur Schokoladenindustrie noch verstärkt.

Das Buch enthält nicht nur spannende Krimielemente, sondern beleuchtet auch die komplexe Geschichte und die Herstellung von Schokolade. Diese Themen sind besonders relevant, wenn man bedenkt, dass der Kakaohandel historisch mit Kolonialismus und sozialen Ungerechtigkeiten verbunden ist. Wie die Recherchen zeigen, war die Schweiz im 19. Jahrhundert ein wichtiger Akteur im Kakaohandel und profitierte von den kolonialen Rohstoffen, die oft unter ausbeuterischen Bedingungen gewonnen wurden.

Schokolade im Kontext der Geschichte

Die Geschichte der Schokolade in Europa begann mit dem Aztekengetränk Xocolatl, das 1528 von Spaniern nach Europa gebracht wurde. Während der ersten Jahre war der Konsum auf Spanien beschränkt, doch bald darauf wurde Schokolade ein Statussymbol des europäischen Adels. Im 17. Jahrhundert gelangte die Kakaobohne über Wanderhändler in die Schweiz, wo die handwerkliche Verarbeitung in Kleinbetrieben begann. Mit der Industrialisierung in den 1820er Jahren nahm die Schokoladenproduktion einen neuen Schwung an, und die ersten mechanisierten Manufakturen wurden gegründet.

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Die Schokoladenhersteller wie Cailler, Villars und Sprüngli sind heute global bekannt und stehen gleichzeitig im Fokus von Diskussionen über nachhaltige Produktion. Auch wenn der Sklavenanbau von Kakao heute nicht mehr praktiziert wird, bestehen weiterhin Probleme wie illegale Abholzung und Kinderarbeit auf Kakaoplantagen. Schätzungen zufolge arbeiten etwa zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen in der Branche. Diese Herausforderungen sind Teil der Thematik, die Autorin Casparin in ihrem Werk anspricht und die auch in der Diskussion um die Zukunft der Schokolade nicht fehlen darf.

Die Veranstaltung im House of Läderach endete mit angeregten Gesprächen, signierten Büchern und natürlich einer weiteren Portion köstlicher Schokolade, die die Gäste mit nach Hause nehmen konnten. Es war ein Abend voller Genuss, Wissen und kritischer Auseinandersetzung mit einem der beliebtesten Lebensmittel der Welt.