Rettung für die Badi Ygruben: Ein Gemeinschaftsprojekt für die Zukunft
In Glarus steht die Freibad Ygruben, ein wahres Juwel der Schwimmbadkultur. Seit 1922 erfreut es sich großer Beliebtheit und hat über die Jahre nichts von seinem Charme eingebüßt. Das Schwimmbecken mit Sprungturm, das Kinderbassin und die großzügige Liegewiese laden nicht nur ein, sich im kühlen Nass zu erfrischen, sondern auch die Seele baumeln zu lassen – ganz klar ein Ort, wo Generationen zusammenkommen und Kinderlachen die Luft erfüllen. Ein Kiosk sorgt dafür, dass man sich nach einem langen Schwimmtag mit einem kühlen Getränk oder einer kleinen Leckerei stärken kann. Und das Beste? Die Badi ist seit 1999 ein eidgenössisches Schutzobjekt und zählt zu den 50 schönsten Bädern der Schweiz – eine Auszeichnung, die nicht von ungefähr kommt.
Doch die Wogen der letzten Jahre waren alles andere als ruhig. Die Gemeinde Glarus sah sich mit finanziellen Defiziten konfrontiert, die auch die Freibäder nicht verschonten. Anfang des Jahres fiel die Entscheidung, die Badi Ygruben nicht mehr zu eröffnen. Doch die Glarner Bevölkerung meldete sich zu Wort – und wie! Dank einer großzügigen Spende der Glarner Gemeinnützigen konnte die Badi doch wieder öffnen. Ein wahrer Triumph für die Einheimischen, die sich mobilisierten und den Verein Pro Badi Glarus ins Leben riefen. Dieser Verein hat sich nicht nur für den Erhalt der Badi eingesetzt, sondern wird im nächsten Jahr auch die Bewirtschaftung des Kiosks übernehmen. Ein mutiger Schritt, der frischen Wind in die alten Mauern bringen könnte!
Ein neues Kapitel für die Badi
Im Rahmen eines Pilotprojekts wird der Verein Pro Badi Glarus im nächsten Jahr auch in den Betrieb der Freibad Ygruben hineinschnuppern und sich an den Einwinterungsarbeiten beteiligen. Das Ziel? Die operative Verantwortung ab der Saison 2027 im Rahmen einer Leistungsvereinbarung vollständig zu übernehmen. Ein echter Kraftakt, aber auch eine spannende Chance, um zu zeigen, wie eine Gemeinschaft zusammenarbeiten kann, um Traditionen zu bewahren und gleichzeitig innovative Lösungen zu finden.
Leider stehen bei der Badi Ygruben auch Investitionen in Millionenhöhe an – eine Summe, die die Gemeinde einfach nicht stemmen kann. Der Gemeinderat hat daher beschlossen, auf einen Sanierungsantrag im Herbst 2025 zu verzichten. Dennoch wird anerkannt, dass der Betrieb aufrechterhalten werden muss, auch wenn das bedeutet, dass kurzfristige Reparaturen notwendig sind. So wird der Pilotbetrieb nicht nur als Experiment, sondern auch als neuer partnerschaftlicher Weg zur langfristigen Sicherung des Betriebs gesehen – und das ist durchaus ermutigend!
Ein schützenswertes Erbe
Die Freibad Ygruben ist mehr als nur ein Ort zum Schwimmen – sie ist Teil des Kulturerbes der Schweiz und steht auf der Liste der schützenswerten Bauten. Diese Denkmäler tragen zur kulturellen Identität unseres Landes bei, und es liegt in der Verantwortung der Gemeinden, Eigentümer und Kantone, sie zu bewahren. Damit sind nicht nur die baulichen Aspekte gemeint, sondern auch die lebendigen Erinnerungen und Geschichten, die sich an diesen Orten abspielen. Für viele Glarner ist die Badi ein Stück Heimat – und das sollte man niemals leichtfertig aufs Spiel setzen.
Heute, am 8. Juli 2026, bleibt die Hoffnung, dass die Badi Ygruben nicht nur über die nächsten Monate, sondern auch über viele Jahre hinweg ein Ort der Begegnung und Erholung bleibt. Auf dass die Wellen des Schwimmbeckens weiterhin Geschichten erzählen und das Lachen der Kinder nie verstummen möge.
