Kinder im Verkehr: Glarus setzt auf Sicherheit und Mobilitätsbildung
Heute ist der 8.07.2026 und wir sind hier in Glarus, wo sich die Schulkinder der 3. und 5. Klassen auf eine spannende Reise in die Welt der Verkehrssicherheit begeben haben. Der Schüler-Verkehrsgarten hat wieder einmal seine Tore geöffnet und das mit einem Ziel: die jungen Verkehrsteilnehmer zu befähigen, sicher und verantwortungsbewusst durch den Straßenverkehr zu navigieren. Insgesamt 26 Klassen der 3. Primarstufe mit etwa 450 Kindern und 20 Klassen der 5. Primarstufe mit 341 Teilnehmern haben sich in den letzten Wochen aktiv beteiligt. Ein beeindruckendes Engagement, das zeigt, wie wichtig dieses Thema ist!
Die Kinder der 3. Klassen haben die Grundlagen des Radfahrens erlernt. Sie haben sich mit den Bestandteilen eines Velos, den verschiedenen Verkehrssignalen und den grundlegenden Verkehrs- und Verhaltensregeln auseinandergesetzt. In den 5. Klassen wurde das Wissen dann weiter vertieft – Vortrittsregeln, Linksabbiegen, Einspuren und der gefährliche „tote Winkel“ standen auf dem Programm. Um ihr Wissen zu testen, haben die Schülerinnen und Schüler einen Online-Theorietest auf www.radfahrertest.ch absolviert. So wird nicht nur das Wissen, sondern auch die Sicherheit im Verkehr gestärkt.
Fahrradkompetenz im Fokus
Doch trotz all dieser Bemühungen zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Die Fahrradkompetenzen der Kinder haben in den letzten Jahren abgenommen. Das Mobilitätsverhalten hat sich verändert – Elterntaxis, verstärkte Nutzung des öffentlichen Verkehrs und Elektromobilität sind nur einige Faktoren, die dazu führen, dass die Fahrpraxis leidet. Ein Grund mehr, den Schüler-Verkehrsgarten ins Leben zu rufen. Der praktische Umgang mit dem Verkehr ist unerlässlich, um die Kinder auf ein sicheres und regelkonformes Verhalten vorzubereiten.
In dieser Hinsicht ist auch die Verkehrssicherheit des Fahrrads selbst von großer Bedeutung. Ein verkehrssicheres Fahrrad muss bestimmte Kriterien erfüllen – zwei unabhängige Bremsen, eine Klingel, Beleuchtung und Reflektoren sind nur einige der gesetzlichen Vorgaben. Die Kinder lernen im Verkehrsgarten, was alles zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehört und können die Teile genau benennen. Es macht einen Unterschied, ob sie die Theorie nur aus Büchern kennen oder ob sie wirklich erleben, wie wichtig jedes Teil ist – von den Bremsen über die Beleuchtung bis hin zu den Reflektoren.
Unterstützung für die Mobilitätsbildung
Die Durchführung des Schüler-Verkehrsgartens wäre ohne die Unterstützung der Schulleitungen, Lehrpersonen, der Gemeinde Glarus sowie des Departements Bau und Umwelt und der Abteilung Tiefbau nicht möglich gewesen. Auch die Kantonspolizei Glarus hat ihren Teil beigetragen, indem sie einen Schulungsraum in einer benachbarten Truppenunterkunft nutzte. Der Verkehrsgarten ist ein Gemeinschaftsprojekt, das zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist.
Die Bedeutung dieses Programms ist unbestritten: Es trägt zur Befähigung von Schülerinnen und Schülern bei, sichere, verantwortungsbewusste und regelkonforme Verkehrsteilnehmende zu werden. Der Glarner Lehrplan unterstützt diese Ziele, indem er Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung als zentrale Themen behandelt. Und auch in Zukunft wird der Verkehrsgarten weitergeführt – die Planung für 2026 ist bereits in vollem Gange, auch wenn die Fortführung darüber hinaus noch offen ist.
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass das Thema „Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung“ in den Schulen erweitert werden soll. Neue Inhalte zu Fußgängerverkehr, Schulwegplanung und Schülerbeförderung mit Bussen werden hinzugefügt. Ziel ist es, den Schulen und allen Interessierten zu helfen, die sichere und selbstständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen im Schulkontext zu fördern. Und so bleibt der Schüler-Verkehrsgarten ein wichtiger Baustein für die Sicherheit im Straßenverkehr – für unsere Kinder, die Zukunft unserer Gesellschaft.
