Heute ist der 6. Mai 2026 und in Glarus beginnt die spannende Zeit der Rehkitzrettungssaison wieder. Jedes Jahr, wenn die Mäharbeiten in den Wiesen anstehen, wird es besonders wichtig, die kleinen Rehkitze zu schützen. Diese kleinen Geschöpfe sind in den ersten Lebenswochen so verletzlich und haben keinen Fluchtinstinkt. Wenn sie Gefahr wittern, drücken sie sich einfach ins hohe Gras. Und genau da beginnt das größte Dilemma: Viele von ihnen fallen der Mahd zum Opfer, weil sie sich verstecken und nicht rechtzeitig entdeckt werden.
Um das zu verhindern, werden in vielen Gebieten Verblendungen vorgenommen. Jäger stellen weiße Fahnen an den Wiesenrändern auf, um die Rehgeissen zu animieren, ihre Kitze nicht im hohen Gras abzulegen. Eine Maßnahme, die sich über die Jahre hinweg bewährt hat, um die kleinen Rehkitze zu schützen. Die Rehkitzrettung Glarnerland ist hierbei ganz vorne mit dabei. Mit einer Flotte von vier Wärmebilddrohnen und einem engagierten Team von 16 Pilotinnen und Piloten unter der Leitung von Markus Wigger sind sie bestens vorbereitet. Die Drohnen suchen in den frühen Morgenstunden die Wiesen ab, um die versteckten Kitze rechtzeitig zu entdecken.
Moderne Technik für den Tierschutz
Die Technik spielt eine entscheidende Rolle in der Rehkitzrettung. Die Wärmebilddrohnen sind ein wahres Wunderwerk der modernen Technik. Sie erkennen die Körperwärme der Rehkitze, selbst wenn diese sich tief im Gras verstecken. Wenn ein Kitz gefunden wird, sichern die Helferinnen und Helfer es vorsichtig, meist mit Grasbüscheln, um den menschlichen Geruch zu minimieren. Nach der Mahd werden die kleinen Tiere dann in die Nähe ihres ursprünglichen Liegeplatzes gesetzt. Das klingt doch nach einem durchdachten Plan, oder?
Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern, Drohnenpiloten und ehrenamtlichen Helfern ist dabei von entscheidender Bedeutung. Nur gemeinsam kann die Rehkitzrettung effektiv umgesetzt werden. Es ist nicht nur eine Frage des Tierschutzes, sondern auch eine moralische Verantwortung. Denn ohne diese organisierte Hilfe entstehen schwere Verletzungen für die Tiere, unnötiges Tierleid und sogar hygienische Risiken für die Futtermittel. Und das will wirklich niemand. Die Rehkitzrettung Glarnerland hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Jungtiere vor dem Mähtod zu bewahren – und das ist eine Aufgabe, die ein starkes Team braucht.
Ein Aufruf zur Unterstützung
Die Rehkitzsaison erstreckt sich in der Regel von Mai bis Juli, abhängig von der Region und der Witterung. Landwirte können über ihren zuständigen Hegeortsobmann Verblendungen oder Drohnensuchflüge anfordern. Es gibt auch viele Möglichkeiten, sich selbst zu engagieren, sei es als Drohnenpilot oder einfach als Helfer. Jede Unterstützung ist wertvoll und trägt dazu bei, dass die Rehkitzrettung zu einem selbstverständlichen Teil der Mähsaison wird.
Es gibt noch so viel zu tun. Die Rehkitzrettung bewegt sich im Spannungsfeld von Tierschutzgesetz, Jagdrecht und landwirtschaftlichen Vorschriften. In vielen Regionen wird die Rehkitzrettung aktiv gefördert, und das ist auch gut so. Es gibt nichts Schöneres, als zu wissen, dass man einen kleinen Beitrag leisten kann, um das Leben dieser niedlichen Geschöpfe zu schützen. Die Rehkitzrettung ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine Herzensangelegenheit für viele Menschen in der Region.