In den vergangenen Jahren hat die Region rund um Netstal immer wieder mit den Konsequenzen von Hochwasser zu kämpfen gehabt. Insbesondere die Blänggliruus, ein kleines, aber bedeutendes Gewässer, hat durch einen Felssturz im Februar 2016 einen drastischen Charakterwechsel erlebt. Die Schutzwirkung der bestehenden Schutzbauten ist mittlerweile eingeschränkt, sodass Handlungsbedarf besteht, um die Rückhaltekapazität wiederherzustellen. Am 26. Juli 2025 zeigten sich die Gefahren auf eindrückliche Weise – große Geschiebemengen wurden mobilisiert und talwärts verfrachtet.
Um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, wurden 2019 neue Schutzdämme fertiggestellt. Diese haben glücklicherweise Schlimmeres verhindert und vermutlich größere Schäden im Dorf Netstal abgewendet. Ein bisschen wie ein Held in der Not, muss man sagen! Jetzt ist jedoch eine Erweiterung des Schutzdamms an der Blänggliruus erforderlich. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa CHF 215.000, wobei Kanton und Bund voraussichtlich 65% (also etwa CHF 140.000) der Gesamtkosten übernehmen werden. Der Rest muss gemäß kantonaler Gesetzgebung von den Nutzniessern getragen werden – ganz schön knifflig, wenn man darüber nachdenkt.
Schutzmaßnahmen und Planung
Die Gemeinde Glarus hat bereits einige Maßnahmen in die Wege geleitet. In den kommenden Wochen werden Rodungsarbeiten für die Schüttung des Schuttdamms durch den Forstbetrieb der Gemeinde durchgeführt. Das ist ein wichtiger Schritt, denn für die Dammschüttung wird vor Ort liegendes Runsenmaterial verwendet. Das spart Transport- und Deponiekosten – nicht zu verachten! Außerdem müssen die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Blänggliruus und der Butziruus koordiniert werden. Ein übergeordnetes Hochwasserschutzkonzept sieht verschiedene Teilmaßnahmen vor, um den Schutz für Netstal zu verbessern.
Die Erweiterung des Schutzdamms an der Blänggliruus ist nur eine Teilmaßnahme innerhalb dieses umfassenden Plans. Die Maßnahmen an der Butziruus sind noch in Planung und ein bewilligungsfähiges Hochwasserschutzprojekt soll im Frühling 2027 vorliegen. Es gibt also noch viel zu tun, und alle Beteiligten sind gefordert, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren.
Technische und ökologische Aspekte
Hochwasserschutzdämme sind nicht einfach nur irgendwelche Erdhügel. Sie sind künstliche Bodenaufschüttungen an Fließgewässern, die eine wichtige Rolle im Schutz der Anwohner spielen. In Bayern spricht man übrigens von „Deichen“ – das klingt fast schon poetisch! Diese Dämme können luftseitig über Drainagen verfügen, die Sickerwasser abführen. Das ist wichtig, um den Damm in einem stabilen Zustand zu halten und zu verhindern, dass er bei Hochwasser versagt. Verschiedene Mechanismen können dabei eine Rolle spielen, wie Erosions- oder Geländebrüche – alles nicht wirklich schön, wenn man darüber nachdenkt.
Die Planung solcher Dämme erfordert ein tiefes Verständnis für Hydrologie, Geologie und Ingenieurbau. Fachleute müssen den Dammzustand regelmäßig überprüfen und geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung ergreifen. Das können Sandsäcke zur Schadensbegrenzung oder Kiesschüttungen zur Stabilität sein – es gibt viele Methoden, um die Dammwache auf Trab zu halten. Dabei sollten die Materialien, die verwendet werden, sorgfältig gewählt werden, denn die falschen können fatale Folgen haben.
Ein Blick in die Zukunft
Die Gemeinde Glarus nimmt das Thema Hochwasserschutz sehr ernst. Es wird ein Veranlagungsverfahren geplant, das alle Teilmaßnahmen des Hochwasserschutzkonzepts berücksichtigt. Wasser gilt als ererbtes Gut, das geschützt werden muss – das wird durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie unterstrichen. Ein ganzheitlicher Ansatz ist hier gefragt: von hydraulischen und hydrologischen Untersuchungen über die ökologische Umgestaltung von Gewässern bis hin zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die technische Lösungen mit naturnahen Bauweisen kombiniert.
Wie es weitergeht, bleibt spannend. Die Anwohner können nur hoffen, dass die kommenden Maßnahmen die Sicherheit erhöhen und sie vor den Launen der Natur schützen. In der Zwischenzeit bleibt die Gemeinde Glarus am Ball und informiert alle Interessierten auf ihrer Website über die Fortschritte. Daumen drücken, dass alles gutgeht!